Straße von Hormus

Mein Schiff 4 und 5 nach Flucht vom Golf ab Mai wieder im Einsatz

Unkalkulierbare Lage bei TUI: Der Konzern muss seine Umsatzprognose aussetzen. Es gibt Verschiebungen vom östlichen ins westliche Mittelmeer Richtung Mallorca & Co.

Mein Schiff 4 und 5 nach Flucht vom Golf ab Mai wieder im Einsatz

Die „Mein Schiff Flow“ fährt 2026/2027 nicht nach Dubai, sondern Richtung Norwegen.

Von Michael Maier/AFP

Die beiden TUI-Kreuzfahrtschiffe "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5", die wegen des Iran-Kriegs wochenlang in Abu Dhabi beziehungsweise Doha festsaßen, können ab Mitte Mai ihre geplanten Routen zur Sommersaison im Mittelmeer aufnehmen.

Beide Schiffe konnten am Sonntag während einer Unterbrechung der Kampfhandlungen den Persischen Golf sicher verlassen, wie der Tourismuskonzern offiziell bestätigte. Sie passierten die Straße von Hormus. Nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar waren die beiden Kreuzfahrtschiffe am Golf blockiert. TUI ließ rund 5000 Passagiere ausfliegen. Der Konzern musste zunächst sämtliche Reisen auf beiden Schiffen bis Mitte Mai absagen.

40 Millionen Euro Belastungen für TUI Cruises

Die Belastungen infolge des Iran-Kriegs bezifferte TUI auf rund 40 Millionen Euro im März - etwa für die "Rückführungsmaßnahmen". Für das Geschäftsquartal von Januar bis März erwartet der Konzern dennoch einen Anstieg seines um Sondereffekte bereinigten Betriebsgewinns um fünf bis 25 Millionen Euro im Vorquartalsvergleich. In dem für Reisekonzerne traditionell schwachen Quartal hatte TUI 2025 ein Minus von 207 Millionen Euro ausgewiesen.

Mallorca-Kreuzfahrten statt Dubai oder Ägypten

Die geopolitische Lage habe zu einer "teilweisen Verschiebung der Kundennachfrage“ vom östlichen in den westlichen Mittelmeerraum mit Destinationen wie Mallorca geführt, erklärte TUI. Die Buchungen etwa für die Türkei, Zypern und Ägypten gingen zurück. Zugleich zeigten die Kunden wegen des Iran-Kriegs eine "erhöhte Zurückhaltung" und buchten kurzfristiger. Für das neue Schiff „Mein Schiff Flow“ wurde die ursprünglich geplante Dubai-Saison 2026/2027 komplett gestrichen. Stattdessen soll es gen Nordeuropa gehen.

"Vor diesem Hintergrund" hat TUI nach eigenen Angaben den Ehrgeiz, im Geschäftsjahr 2026 auf einen bereinigten Betriebsgewinn "annähernd" auf Vorjahresniveau zu kommen - er lag bei 1,4 Milliarden Euro. Die Umsatzprognose für 2026 setzte der Konzern vorsichtshalber aus, "bis sich die Rahmenbedingungen stabilisieren". Bislang war TUI von 24,2 Milliarden Euro ausgegangen.