Die Welt gibt weiter Rekordsummen fürs Militär aus, getrieben von Kriegen, Unsicherheit und geopolitischen Spannungen. Deutschland führt das Ranking in Europa an. Und ein Ende ist nicht in Sicht.
Blick auf das Delta-09 Minuteman-Raketensilo in der kargen Landschaft von South Dakota in den USA.
Von Markus Brauer/dpa
Noch nie hat die Welt so viel Geld für das Militär ausgegeben wie 2025. Angetrieben von zahlreichen Kriegen und Konflikten erreichten die globalen Militärausgaben dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri zufolge im elften Jahr in Folge einen neuen Höchststand. Inflationsbereinigt stiegen die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent. Innerhalb eines Jahrzehnts wuchsen sie sogar um 41 Prozent.
Global military spending rise continues as European and Asian expenditures surge. New #SIPRI data on global #MilitarySpending out now ➡️ https://t.co/v3R3B7b1MV Read the fact sheet ➡️ https://t.co/fN5T0soepC#SIPRI#MilitaryExpenditure #DefenceBudget#GlobalSecurity… pic.twitter.com/NmAtrneZpn — SIPRI (@SIPRIorg) April 26, 2026
2,47 Billionen Euro für Waffen
Alle Staaten wandten 2025 zusammen knapp 2,89 Billionen US-Dollar (knapp 2,47 Billionen Euro) für das Militär auf. Allerdings fiel der Anstieg deutlich geringer aus als 2024. Das führten die Friedensforscher auf einen Rückgang der US-Militärausgaben zurück. Der Hauptgrund dafür: die ausbleibenden Hilfen für die Ukraine. Dagegen investierten die USA mehr in ihre eigenen nuklearen und konventionellen militärischen Fähigkeiten.
Trotz des Rückgangs blieben die USA das Land mit den mit Abstand größten Ausgaben für das Militär (umgerechnet knapp 814 Milliarden Euro). In Zukunft dürfte die Zahl zudem wieder nach oben gehen, sagt Sipri-Experte Diego Lopes da Silva. „Die USA haben bereits Pläne zur Erhöhung ihrer Militärausgaben angekündigt.“
Unsicherheit befeuert Militärausgaben
Dass die globalen Militärausgaben 2025 insgesamt erneut gestiegen sind, ist laut den Forschern vor allem auf die Aufrüstung in Europa zurückzuführen. Die Ausgaben der europäischen Staaten stiegen im vergangenen Jahr um 14 Prozent.
Die Ungewissheit, inwiefern ihnen die USA als verlässlicher Nato-Partner in Zukunft zur Seite stehen werden, habe sicher für viele Länder eine Rolle gespielt, konstatiert da Silva. „Wenn man sieht, dass sich die internationale Sicherheit verschlechtert, schafft das eine Atmosphäre der Unsicherheit. Und um sich sicherer zu fühlen, stecken die Staaten mehr Geld in ihr Militär.“
Deutschland führt das Ranking in Europa an
Wie viel Geld steckt der Iran in sein Militär?
Im Iran gingen die Militärausgaben aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage inflationsbereinigt sogar zurück. Ohne Berücksichtigung der hohen Inflation stiegen sie nach Sipri-Angaben. „Allerdings unterschätzen die offiziellen Zahlen mit ziemlicher Sicherheit die tatsächlichen Ausgaben“, erläutert Sipri-Expertin Zubaida Karim. „Der Iran nutzt auch nicht im Haushalt ausgewiesene Öleinnahmen zur Finanzierung seines Militärs, einschließlich der Produktion von Raketen und Drohnen.“
Militärausgaben dürften weiter wachsen
Auch 2026 dürfte sich der Trend steigender Militärausgaben fortsetzen, schätzt Sipri-Forscher da Silva. „Es gibt derzeit weltweit sehr, sehr viele Konflikte. Und es ist sehr schwer vorstellbar, dass sich die Lage innerhalb eines Jahres so weit verbessern wird, dass sich dieser Trend umkehrt.“
Der jährlich erscheinende Sipri-Bericht zu den Militärausgaben in aller Welt gilt als umfassendste Datensammlung dieser Art. Zu den Ausgaben zählen die Friedensforscher auch Aufwände für Personal, Militärhilfen sowie militärische Forschung und Entwicklung.