Kürzlich erwog Mercedes-Chef Ola Källenius einen Ausbau des Rüstungsgeschäfts. Künftig arbeitet der Stuttgarter Autobauer einem Bericht zufolge mit einem Drohnenspezialisten zusammen.
Neu ist das Rüstungsgeschäft für Mercedes-Benz nicht. Schon lange beliefert der Konzern die Bundeswehr mit modifizierten Modellen seiner G-Klasse.
Von Rouven Spindler
Mercedes-Benz steht offenbar vor einer Kooperation mit der Rüstungsfirma Tytan Technologies. Darüber berichtet die „Financial Times“. Der britischen Tageszeitung zufolge wollen der Autohersteller aus Stuttgart und das Münchner Start-up am Mittwoch am Rande der Internationalen Luft- und Rahmfahrtausstellung in Berlin eine Absichtserklärung unterzeichnen.
Darüber berichtet auch der „Spiegel“. Mercedes bestätigte die Medienberichterstattung auf eine auf Anfrage unserer Redaktion hin nicht, dementierte sie aber auch nicht.
Mercedes-Benz soll Fahrzeuge für Zusammenarbeit liefern
Den Medienberichten zufolge ist ein mobiles Drohnenabwehrsystem namens Drone Defender geplant, für das Mercedes die Fahrzeuge liefern soll. Hierbei soll es sich um die Militärversion des Geländewagens G-Klasse sowie um den Kleintransporter Sprinter handeln.
Erst vor wenigen Wochen zog Mercedes-Chef Ola Källenius in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“ in Erwägung, das Rüstungsgeschäft beim Stuttgarter Autohersteller auszubauen. Der Schritt müsse „wirtschaftlich sinnvoll“ sein, sagte der CEO. „Die Welt ist unberechenbarer geworden, und ich denke, es ist absolut klar, dass Europa sein Verteidigungsprofil stärken muss“, sagte Källenius. Sollte der Autobauer „dabei eine positive Rolle spielen können, wären wir dazu bereit“.
Darüber hinaus ging Källenius auf die Stärken der eigenen Branche ein. „Was Automobilhersteller außerordentlich gut können – und wir sind gut darin – ist die Herstellung hochwertiger Präzisionsmaschinen in größeren Stückzahlen“, so der CEO.
Im Vergleich zur Herstellung von Pkw und Transportern werde das Verteidigungsgeschäft nur einen geringen Anteil des Geschäfts ausmachen, blickte Källenius voraus. Allerdings „könnte es sich um eine wachsende Nische handeln, die auch zu unseren Geschäftsergebnissen beitragen könnte.“