Während der weltweite Absatz bei Mercedes-Benz sinkt, punktet der Konzern in den USA und Europa. Vor allem bei einem elektrischen Modell gibt es Rekord-Bestellungen.
Mercedes-Benz muss erneut einen Absatzrückgang bei den Pkw hinnehmen: 2025 waren es im ersten Quartal 446 300. In diesem Jahr sind es 419 400.
Von Veronika Kanzler
Der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz hat im ersten Quartal 2026 erneut weniger Fahrzeuge verkauft. Zwar setzte der Konzern insgesamt 499 700 Pkw und Vans ab, was nach Angaben des Konzerns „im Einklang mit den Erwartungen des Unternehmens“ ist. Das bedeutet dennoch einen erneuten Rückgang bei den Absatzzahlen.
Mercedes-Benz Cars verkaufte von Januar bis März 419 400 Pkw und lag damit sechs Prozent unter dem bereits schwachen Vorjahreswert in dieser Sparte. Der Rückgang fällt umso stärker ins Gewicht, als sich das Geschäft außerhalb Chinas deutlich robuster entwickelte.
In den USA verzeichnet Mercedes einen Zuwachs von 20 Prozent
Ohne den chinesischen Markt hätte Mercedes-Benz im weltweiten Pkw-Absatz ein Plus von fünf Prozent erzielt. In Europa stiegen die Verkäufe um sieben Prozent, in Deutschland sogar um neun Prozent. Die USA entwickelten sich mit einem Zuwachs von 20 Prozent zum wichtigsten Wachstumstreiber. Vor allem das hochmargige Geschäft mit Mercedes‑AMG und Mercedes‑Maybach legte dort weiter zu.
Der weltgrößte Automarkt in China zieht die Bilanz weiterhin nach unten. Der Konzern verweist auf eine bewusst restriktive Vertriebssteuerung, anstehende Modellwechsel und ein anspruchsvolles Marktumfeld. 2026 bezeichnet Mercedes-Benz in China als „Übergangsjahr“. Der erhoffte Erfolg, etwa beim neuen vollelektrischen CLA, bleibt in China bisher aus.
Mercedes-Benz verkauft mehr E-Autos
Stabilisierend wirkt derzeit vor allem das Elektrogeschäft. Konzernweit wuchs der Absatz batterieelektrischer Fahrzeuge um elf Prozent, in der Pkw-Sparte um neun Prozent. Besonders stark legten die Verkäufe in Europa (plus 34 Prozent) und in Deutschland (plus 36 Prozent) zu. Modelle wie der neue vollelektrische CLA und der elektrische GLC treiben das Wachstum. „Allein der neue vollelektrische GLC wurde in den ersten drei Monaten häufiger bestellt als jedes andere Elektrofahrzeug in unserer Unternehmensgeschichte“, verkündet Vertriebsvorstand Mathias Geisen.
Belastet blieb auch das Van-Geschäft. Die Sparte setzte 80 300 Fahrzeuge ab, drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Während Europa stabil blieb, brach der Absatz in China massiv (Minus 86 Prozent)ein. Lichtblick sind auch hier elektrische Modelle: Der Absatz in diesem Segment stieg um 29 Prozent, der Elektroanteil erhöhte sich auf acht Prozent. Mit dem neuen vollelektrischen VLE will Mercedes-Benz zusätzliche Wachstumsimpulse setzen.
Im weiteren Jahresverlauf setzt der Konzern auf neue und überarbeitete Modelle – darunter GLE und GLS sowie die anstehende Weltpremiere der vollelektrischen C‑Klasse. Entscheidend für die Absatzentwicklung dürfte jedoch bleiben, ob es Mercedes-Benz gelingt, die Schwäche in China zu begrenzen.