Von Rastatt nach Kecskemét

Mercedes verlagert A-Klasse nach Ungarn – was das für den Südwesten bedeutet

Ade A-Klasse: Seit 1997 produziert Mercedes-Benz sein Einsteigermodell in Rastatt. Ab Sommer wandert die Produktion nach Kecskemét. Arbeitsplätze sollen nicht betroffen sein.

Mercedes verlagert A-Klasse nach Ungarn – was das für den Südwesten bedeutet

Mercedes verlagert die Produktion der A-Klasse von Rastatt ins ungarische Kecskemét.

Von Veronika Kanzler

Mercedes-Benz verlagert die Produktion der A-Klasse von Deutschland nach Ungarn. Ab dem zweiten Quartal 2026 soll das beliebte Kompaktmodell des Stuttgarter Autoherstellers nicht mehr in Rastatt produziert werden, wie ein Sprecher des Unternehmens bestätigte.

„Mit der Entscheidung, die Mercedes-Benz A-Klasse ab dem zweiten Quartal 2026 am Standort Kecskemét zu produzieren, schaffen wir die notwendigen räumlichen Voraussetzungen für den Anlauf der geplanten Modelle im Werk Rastatt,“ erläutert das Unternehmen. Zuerst berichtete die Automobilwoche.

Mercedes A-Klasse sollte eigentlich auslaufen

Die A-Klasse wird seit 1997 im Werk in Rastatt produziert. Millionen von Fahrzeugen liefen seither dort vom Band. Wobei Mercedes das Design des Modells 2018 grundlegend veränderte, frecher wurde – und damit jüngere Menschen angesprochen hat – bis heute.

„Die A-Klasse Kompaktlimousine erfreut sich – insbesondere in Europa – nach wie vor großer Beliebtheit bei unseren Kundinnen und Kunden“, schreibt Mercedes. Ein Grund, warum das Modell, anders als geplant, länger produziert wird. Mit dem aktuellen Start des neuen CLA war ursprünglich vorgesehen gewesen, die A-Klasse auslaufen zu lassen.

Mercedes: Abbau von Arbeitsplätzen in Rastatt nicht vorgesehen.

In Rastatt werden derzeit im 3-Schicht-Betrieb außerdem noch der Kompakt-SUV GLA, der elektrische EQA sowie der neuen Modelle CLA und CLA Shooting Brake produziert. Dass die A-Klasse ab Sommer nicht mehr im Land vom Band laufen wird, hat laut dem Unternehmen keine Auswirkungen auf Arbeitsplätze. Vielmehr werde die Kapazität in Rastatt gebraucht, die um Voraussetzungen für den Hochlauf künftiger Modellezu schaffen. Unter anderem soll es sich dabei um die elektrische und hybride Version des GLA handeln, der ab 2027 auf den Markt kommen soll.

Mercedes spart 70 Prozent Lohnkosten in Ungarn

„Go East“, sagte im Februar 2025 Mercedes-Finanzchef Harald Wilhelm und erklärte, dass man nun das Werk im ungarischen Kecskemét massiv erweitert. Unter anderem seien am ungarischen Standort dort die sogenannten Faktorkosten, zu denen vor allem die Löhne zählen, um 70 Prozent niedriger als in Deutschland, so Wilhelm. Mit rund 4500 Beschäftigten ist Mercedes-Benz einer der größten Arbeitgeber in der Region. soll künftig unter anderem auch die elektrische C-Klasse dort produziert werden.

Derzeit befindet sich das Werk in Kecskemét noch in der Anlaufphase. Neben dem CLA , dem CLA Shooting Brake, der A-Klasse sowie der neue elektrische und hybride GLB, soll künftig unter anderem auch die elektrische C-Klasse dort produziert werden.