Nach dem verheerenden Landtagswahlergebnis von 5,5 Prozent hat SPD-Politiker Robin Mesarosch in einem Wut-Video mit der Parteiführung abgerechnet. Jetzt will er die Landes-SPD anführen.
Robin Mesarosch (links) will Andreas Stoch als SPD-Landesvorsitzender in Baden-Württemberg beerben.
Von Florian Dürr
Mehr als 600.000 Aufrufe zählt das Wut-Video des Sigmaringer SPD-Politikers Robin Mesarosch allein auf Instagram. „Wir werden seit Jahren verarscht“, sagte der 34-Jährige unter anderem in dem Video und sprach von einem „historisch unterirdischen Wahlkampf“. In seiner Wut-Ansprache griff er auch die Parteiführung der Sozialdemokraten im Südwesten direkt an: Er echauffierte sich etwa über den Wechsel von Sascha Binder vom Generalsekretär zum Fraktionschef im Landtag: „Das geht nicht“, sagte der SPD-Politiker und forderte einen kompletten Neuanfang.
Dabei will der ehemalige Bundestagsabgeordnete (2021 bis 2025) nun selbst mitwirken: In einem weiteren Video, das er am Montagabend auf seinen Social-Media-Kanälen verbreitet, kündigt der Sigmaringer SPD-Kreisvorsitzende seine Kandidatur für den SPD-Landesvorsitz in Baden-Württemberg an. Noch gehört diese Position Andreas Stoch, der jedoch nach dem Wahldebakel seinen Rücktritt sowohl als Landesvorsitzender als auch als Fraktionsvorsitzender im Landtag ankündigte.
„Entfesseln wir die SPD“, fordert Mesarosch nach dem Wahldebakel
In dem Text zu dem Video, in dem Mesarosch seine Kandidatur bekanntmacht, wendet er sich erneut direkt an die Parteiführung im Südwesten: „Der SPD-Landesvorstand hat am Tag nach der verheerenden Wahl eine Handvoll Maßnahmen beschlossen, die auf den ersten Blick nicht falsch sind. Aber sie sind eben auch nicht das Richtige“, schreibt er. Es sei das „erwartbare Schema, mit dem wir uns eben auch Jahr für Jahr, Stück für Stück auf die 5,5 Prozent zubewegt haben. Zu wenig Transparenz, zu wenig Beteiligung, zu wenig Neues“.
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Er wolle einen anderen Weg gehen und mit seiner Kandidatur selbst den ersten Schritt machen. „Entfesseln wir die SPD“, schreibt Mesarosch etwa auf seiner Internetseite. Dort können sich seine potenziellen Unterstützer bei einem Newsletter anmelden oder zum Diskutieren einer Whatsapp-Gruppe beitreten. Ihren neuen Landesvorsitzenden wollen die Sozialdemokraten bei ihrem Landesparteitag am 20. Juni 2026 wählen.