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Möbel-Riese schließt auch in Reutlingen

Möbel Roller schließt seinen Standort in Reutlingen bis spätestens Juni 2026. Auch zwei weitere Filialen in Baden-Württemberg fallen dem Preiskampf in der Branche zum Opfer.

Möbel-Riese schließt auch in Reutlingen

Bei Möbel Roller läuft bereits der Räumungsverkauf.

Von Michael Maier

Die Reutlinger Filiale des Möbel-Discounters Roller steht vor dem Aus. Wie nun bekannt wurde, wird der Standort in Reutlingen spätestens Ende Juni 2026 seine Türen endgültig schließen. Für Kunden in der Region bedeutet dies eine weitere Einschränkung des Angebots an Möbelhäusern. Bereits jetzt läuft in der Reutlinger Filiale ein Räumungsverkauf mit stark reduzierten Preisen.

Die Schließung in Reutlingen ist Teil einer größeren Konsolidierungsmaßnahme des Unternehmens. Neben dem Reutlinger Standort sind in Baden-Württemberg auch die Filialen in Crailsheim und Villingen-Schwenningen betroffen. Damit verliert das Bundesland gleich drei Roller-Standorte auf einen Schlag. Außerdem schließt der Standort in Oldenburg in Holstein.

Crailsheim, Villingen – und jetzt noch Reutlingen

Der Sparkurs beim Möbel-Discounter geht damit nach ersten Schließungen im vergangenen Jahr konsequent weiter. Nach Angaben des Unternehmens wird der Standort Crailsheim bereits Ende April 2026 geschlossen, während die Märkte in Villingen-Schwenningen, Reutlingen und Oldenburg „spätestens Ende Juni 2026“ folgen sollen.

Die Entscheidung zu den Schließungen begründet Roller mit der angespannten Marktlage im Möbelhandel. „Der Möbelhandel steht derzeit unter spürbarem Druck durch ein zurückhaltendes Konsumverhalten“, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Roller überprüfe seine Standorte regelmäßig auf Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit und habe die Entscheidungen „nach sorgfältiger Prüfung aller Rahmenbedingungen“ getroffen.

Jobverluste bei Möbel Roller?

Wie viele Mitarbeiter vom Aus der Reutlinger Filiale betroffen sind, wurde zunächst nicht bekannt. Roller teilt mit, den Betroffenen würden „alle möglichen offenen Stellenangebote bei Roller in der näheren Umgebung aktiv angeboten“. Ob damit jedoch ein Jobabbau verhindert werden kann, bleibt unklar.

Filialschließungen bei Möbel Roller (Auswahl)

Preiskampf mit Mömax, Poco, Ikea & Co.

Die Filialschließungen bei Roller reihen sich ein in eine breitere Konsolidierungswelle im Einzelhandel. Auch andere Möbelketten fahren ihre stationäre Präsenz zurück oder schließen ganz. Trotz der aktuellen Einschnitte verweist Roller darauf, weiterhin mehr als 100 Standorte in Deutschland zu betreiben und am Konzept des preisbewussten Mitnahme-Möbelhauses festzuhalten.

Unter dem Slogan „Einfach inspirierend günstig“ positioniert sich die Kette mit Sitz in Gelsenkirchen als Discounter - doch der Preiskampf ist hart. Eine Stichprobe des SWR zeigte 2025, dass Roller bei einem kleinen Warenkorb aus Standardartikeln teurer war als Konkurrenten wie Mömax, Poco und Ikea. Dieser Preisdruck dürfte zur aktuellen Schließungswelle beigetragen haben. Wobei es bei Möbeln eigentlich nicht nur um den Preis gehen sollte, sondern auch um Qualität.