Angriff auf Umspannwerk

Möglicher Sprengstoffanschlag nahe des Kraftwerks Jänschwalde

Das Umspannwerk Preilack in Spree-Neiße ist mit Sprengstoff angegriffen worden. Ein Sprecher von Kraftwerksbetreiber Leag spricht von einem Anschlag.

Möglicher Sprengstoffanschlag nahe des Kraftwerks Jänschwalde

Experten des Landeskriminalamts ermitteln am Umspannwerk in Preilack.

Von Jan Siegel, Bernd Töpfer, Steven Wiesner

Ein ungewöhnlicher Vorfall am Umspannwerk Preilack (Spree-Neiße) sorgt für Ermittlungen der Polizei. „Bislang unbekannte Täter haben am Dienstagmorgen (1. September 2026) vermeintlich eine Sachbeschädigung an mehreren Leitungen im Übertragungsnetz von 50Hertz begangen“, bestätigt eine Sprecherin des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz.

An dem Umspannwerk in Turnow-Preilack unweit des Kraftwerks Jänschwalde sind nach Medieninformationen Sprengvorrichtungen gefunden worden. Zuerst hatte  die Märkische Allgemeine über den Vorfall berichtet.

In einem Text der Bild-Zeitung allerdings relativiert die Polizei die Ausführungen der MAZ, die von einem „Beschuss mit Raketen“ berichtet hat. „Wir reden hier nicht von Raketen“, erklärt die Polizeisprecherin allerdings gegenüber der Bild.

LKA ermittelt nach Sprengstoff-Anschlag bei Jänschwalde

Ein Sprecher des Energieunternehmens Leag, das das benachbarte Kraftwerk Jänschwalde betreibt, bestätigte inzwischen, dass ein „Anschlag auf das Umspannwerk Preilack verübt“ worden sei. Über das Umspannwerk werde der Strom aus dem Kraftwerk Jänschwalde in das Übertragungsnetz von 50 Hertz eingespeist. „In der Folge kam es zu einem technischen Ausfall von Block B im Kraftwerk“, heißt es von der Leag. „Wir sind in Abstimmung mit 50 Herz und arbeiten parallel zur Schadensbehebung in Preilack an der Wiederinbetriebnahme von Block B.

Es gab eine kurzzeitige Leitungsunterbrechung. Mittlerweile sind alle Leitungen wieder in Betrieb. Die allgemeine Stromversorgung ist derzeit nicht beeinträchtigt.

Wie das Polizeipräsidium Potsdam bestätigt, sei am Dienstag gegen 8 Uhr eine Sachbeschädigung im Umspannwerk in Preilack festgestellt worden. Einsatzkräfte seien zurzeit noch vor Ort und das Landeskriminalamt (LKA) habe die Ermittlungen aufgenommen.

Nach Angriff auf Umspannwerk keine Gefahr für Bevölkerung

Genaue Auskünfte zu dem Vorfall seien im Moment aber noch nicht möglich, teilt eine Sprecherin des Polizeipräsidiums mit.

In dem Umspannwerk Preilack im Landkreis Spree-Neiße  wird der Strom, der im Kraftwerk Jänschwalde erzeugt wird, überregional und regional verteilt. Nach Angaben der Leag wurde das Kraftwerk Jänschwalde in den Jahren 1976 bis 1989 als letzter Kraftwerksneubau der DDR errichtet.

Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz arbeite eng mit den zuständigen Sicherheitsbehörden zusammen, um die Situation aufzuklären.

„Wir bitten die Bevölkerung im gesamten Netzgebiet um besondere Aufmerksamkeit. Melden Sie verdächtige Personen und Vorkommnisse der Polizei“, heißt es in einer Mitteilung von 50 Hertz.

„Was wir sagen können, ist, dass es keine Auswirkungen auf die Bevölkerung hatte“, es habe demnach keinen Stromausfall oder Ähnliches gegeben, heißt es von der Polizei. Die genauen Schäden aber würden erst mal geprüft.

Inzwischen haben wir einen Liveticker zum Ereignis eingerichtet. Alle weiteren aktuellen Informationen finden Sie ab nun dort.