Wegen massiver Energieprobleme ist Urlaub auf der sozialistischen Karibikinsel derzeit kaum möglich. Das Auswärtige Amt warnt vor Trips auf die Karibikinsel. Wie Veranstalter und Airlines reagieren und was das für Reisende heißt.
Auf Kuba herrscht, wie hier in Alt-Havanna, gähnende Leere. Touristen meiden derzeit die Karibikinsel.
Von Markus Brauer/dpa
Die sich zuspitzende Energiekrise auf Kuba wirkt sich auch auf den Tourismus aus. Seit Wochenanfang können keine Flugzeuge aus dem Ausland mehr in dem karibischen Inselstaat aufgetankt werden.
Airlines meiden Kuba
Deshalb setzt die Fluggesellschaft Cubana de Aviación die einzigen Direktverbindungen von Deutschland nach Kuba bis mindestens Anfang März aus. Betroffene könnten kostenlos auf einen späteren Termin umbuchen oder erhielten ihr Geld zurück, berichtet das Touristik-Fachportal „fvw.de“.
Auch die kanadische Airline Air Canada hatte Flüge vorerst eingestellt. Andere Airlines wie Iberia oder Air Europa, die weiter Kuba anfliegen, legen zusätzliche Tankstopps an anderen Flughäfen ein.
Auswärtiges Amt mit Reisewarnung für Kuba
Wegen des akuten Treibstoffmangels, Folge einer Ölblockade der USA gegen Kuba, rät das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen derzeit von nicht notwendigen Reisen in das Land ab. Am 10. Februar, einen Tag nach Eintreten der Ölblockade und dem Ausbleiben der Treibstofflieferungen, aktualisierte das Ministerium in Berlin seine Reise- und Sicherheitshinweise für Kuba.
Dort heißt es jetzt: „Von nicht notwendigen Reisen nach Kuba wird aufgrund der erheblichen Auswirkungen des akuten Treibstoffmangels derzeit abgeraten.“ In Verbindung mit der ohnehin bestehenden Energiekrise des Landes müssten Urlauber sich laut Amt auf „erhebliche Beeinträchtigungen“ vorbereiten, „insbesondere auf Knappheit von Diesel und Benzin, Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten“.
Was man bei Cuba-Reisen beachten sollte
Das Auswärtige Amt gibt zudem konkrete Ratschläge an alle Reisenden:
Kuba-Stornierung oder Umbuchung möglich
Auch der zweitgrößte deutsche Reisekonzern Dertour empfiehlt, Reiseabsichten nach Kuba „vor dem Hintergrund der aktuellen Situation sorgfältig zu überdenken“. Für Abreisen bis zum 31. März biete man kostenlose Umbuchungen oder auch Stornierungen an. Für alle Reisen zu späteren Zeitpunkten gebe es die Option, kostenlos umzubuchen.
Das Angebot auf Kuba habe man bereits seit längerer Zeit deutlich reduziert, teilt das Unternehmen mit den Veranstaltern Dertour, ITS und Meiers Weltreisen weiter mit. So seien Hotels ohne ausreichende Notstrom- oder Treibstoffreserven aus dem Programm genommen und sämtliche Rundreisen und Ausflüge eingestellt worden. Für Kunden vor Ort – eine niedrige dreistellige Zahl – organisiere man bei Bedarf vorgezogene Rückreisen.
Tui hat laut „fvw.de“ alle Anreisen bis Ende April abgesagt. Ab Mai hat Europas größter Reisekonzern Kuba erst mal nicht mehr regulär in seinem Programm.
Tourismus ist stark eingeschränkt
Urlaub in Kuba sei weiterhin möglich, aber anders, sagt Wilson Cardozo vom Spezialreiseveranstalter Aventura. „Der Tourismus, wie wir ihn vorher kannten, ist in der Form nicht einfach so umzusetzen.“ Anstatt individuelle Reisen böten sich jetzt Reisen mit einem Guide an. In dieser Form seien Reisen durchaus umzusetzen, gerade im Westen des Landes. Er betont aber, es sei wichtig, sich genau zu informieren und dann zu entscheiden.
Das Land hat schon seit längerem mit Energieproblemen sowie mit Versorgungsengpässen etwa bei Medikamenten zu kämpfen. Dazu kamen zuletzt große Verwüstungen durch den Hurrikan „Melissa“.
Die Zahl der Touristen ist rückläufig. Offiziellen Zahlen zufolge machten 2025 rund 2,6 Millionen Menschen Urlaub auf der Karibikinsel, etwa 400.000 weniger als im Vorjahr. Die meisten Gäste reisten aus Kanada an. Aus Deutschland kamen 33.056 Gäste, ein Minus von rund 50 Prozent zu 2024.
Reisehinweise, Sicherheitshinweise, Reisewarnungen
Auswärtiges Amt Das Auswärtige Amt in Berlin warnt bei möglichen Risiken in einem Reiseland. Im Falle von Italien und Kroatien handelt es sich um Reise- und Sicherheitshinweise. Dabei unterscheidet das Ministerium zwischen drei Kategorien:
Reisehinweise „Reisehinweise des Auswärtigen Amts enthalten Informationen zu den für Reisende relevanten Besonderheiten eines Landes, den Einreisebestimmungen in fremde Länder, zu Zollvorschriften und strafrechtlichen Vorschriften und zu medizinischen Hinweisen . . . Sie werden regelmäßig überprüft und aktualisiert.“
Sicherheitshinweise „Sicherheitshinweise machen in den Ländern, in denen es erforderlich erscheint, auf länderspezifische sowie grenzüberschreitende Risiken für Reisende und Deutsche im Ausland aufmerksam. Den Sicherheitshinweisen wenden wir besondere Aufmerksamkeit zu. Sie können je nach Einschätzung der Sicherheitslage die Empfehlung enthalten, Reisen einzuschränken oder auf sie zu verzichten.“
Reisewarnungen „Reisewarnungen enthalten einen dringenden Appell des Auswärtigen Amts, Reisen in ein Land oder in eine Region eines Landes zu unterlassen. Sie werden nur dann ausgesprochen, wenn aufgrund einer akuten Gefahr für Leib und Leben vor Reisen in ein Land oder in eine bestimmte Region eines Landes gewarnt werden muss. Eine Reisewarnung wird nur selten ausgesprochen. Deutsche, die in diesem Land leben, werden gegebenenfalls zur Ausreise aufgefordert . . . Die Reisewarnung ersetzt den Sicherheitshinweis.“