Groundhog Day

Murmeltier sagt sechs weitere Wochen Winter voraus

In den USA entscheidet am 2. Februar traditionell ein Murmeltier über den weiteren Winterverlauf – und Millionen schauen jedes Jahr gespannt zu.

Murmeltier sagt sechs weitere Wochen Winter voraus

Groundhog Day 2023: Punxsutawney Phil sagt 6 weitere Wochen Winter voraus - so wie in diesem Jahr auch.

Von Katrin Jokic

Punxsutawney Phil hat gesprochen – und seine Prognose fällt frostig aus: Das berühmteste Murmeltier der USA sah am Montagmorgen seinen Schatten, als es aus dem Bau geholt wurde. Nach dem traditionellen Aberglauben bedeutet das: Der Winter bleibt noch mindestens sechs Wochen.

Jedes Jahr am 2. Februar ist in den Vereinigten Staaten „Groundhog Day“ – der Murmeltiertag. Dann sollen verschiedene Murmeltiere im Land eine Art Langzeit-Wettervorhersage liefern. Punxsutawney Phil aus dem Ort Punxsutawney im Bundesstaat Pennsylvania ist dabei der bekannteste Vertreter – nicht zuletzt dank des Films „Und täglich grüßt das Murmeltier“.

Die Regel ist einfach: Sieht Phil seinen Schatten, dauert der Winter länger. Sieht er ihn nicht, soll der Frühling früh beginnen.

Astronomisch steht das Ende des Winters längst fest

Unabhängig von Phils Urteil steht zumindest aus astronomischer Sicht fest, wann der Winter endet: Mit der Tagundnachtgleiche am 20. März beginnt offiziell der Frühling. Doch das Wetter hält sich bekanntlich nicht immer an den Kalender – und Phil erst recht nicht.

Trefferquote? Eher wie Münzwurf

Phil gilt als Wetter-Orakel mit jahrzehntelanger Tradition. Der Legende nach soll er sogar seit dem späten 19. Jahrhundert „durchgehend“ Vorhersagen treffen – als wäre es immer derselbe Phil. Wie das möglich sein soll, bleibt Teil des Mythos.

Wissenschaftlich sieht es nüchterner aus: In den vergangenen zwei Jahrzehnten lag Phil laut Auswertungen der US-Klimabehörde NOAA nur in etwa 35 Prozent der Fälle richtig. Ein Münzwurf hätte statistisch bessere Chancen.

Auch im vergangenen Jahr ging seine Vorhersage daneben: Phil hatte ebenfalls sechs weitere Winterwochen angekündigt. Tatsächlich fielen die Temperaturen im Februar 2025 in den USA insgesamt eher durchschnittlich aus – trotz einzelner Kältephasen. Der März wurde dagegen zum sechstwärmsten seit Beginn der Messungen.

Was Meteorologen sagen: Ost kälter, West deutlich milder

Wenn Phil danebenliegt, lohnt sich der Blick auf professionelle Prognosen.

Für den Februar fällt der Ausblick gemischt aus: Im Osten der USA werden eher kältere Bedingungen erwartet. Im Westen und in den südlichen Ebenen („Southern Plains“) hingegen rechnen Meteorologen mit überdurchschnittlich mildem Wetter – fast wie ein früher Frühling.

Der bisherige Winter in den USA zeigt deutliche Gegensätze. Östlich der Rocky Mountains sorgten heftige Kältewellen für eisige Temperaturen. In Teilen der Great Lakes-Region, im Nordosten und im mittleren Atlantikraum erleben einige Orte einen ihrer kältesten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen.

Ganz anders sieht es im Westen aus: Von den Rocky Mountains bis zur Pazifikküste fehlt vom Winter vielerorts jede Spur. Rund 150 Orte – darunter Phoenix und Las Vegas – erleben nach NOAA-Daten sogar ihren bislang wärmsten Winter.

Warum milde Winter immer häufiger werden

Solche warmen Winter gelten nicht mehr als Ausnahme. Winter ist inzwischen für fast drei Viertel der USA die Jahreszeit, die sich am schnellsten erwärmt. Grund dafür ist der globale Temperaturanstieg.

Vor diesem Hintergrund wirkt Phils Prognose von sechs weiteren Wochen Winter wie ein riskanter Tipp.

 

Und wie sieht es in Deutschland aus?

Während in den USA Murmeltiere als Wetterorakel herhalten müssen, liefert in Deutschland der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine deutlich handfestere Einschätzung – und die klingt zumindest in Teilen nach Winter.

Laut der 10-Tage-Vorhersage des DWD sind in den kommenden Tagen zeit- und gebietsweise Regen und Schnee zu erwarten. Besonders heikel: Lokal kann auch gefrierender Regen auftreten – mit Glatteisgefahr. An der Küste sind zudem einzelne stürmische Böen möglich.

Temperaturmäßig zeigt sich ein klares Gefälle: Im Nordosten bleibt die Luft häufiger winterlich kalt, teils mit leichtem Dauerfrost. Im Südwesten ist es dagegen milder, zeitweise sind dort sogar zweistellige Werte möglich.

In der zweiten Wochenhälfte ziehen von Südwesten erneut Niederschläge auf – meist als Regen, in höheren Lagen auch als Schnee. Insgesamt bleibt das Risiko für glatte Straßen regional erhöht.

Unterm Strich heißt das: Deutschland bekommt zwar keinen „Murmeltierwinter“, aber zumindest eine Wetterlage mit echten Wintermomenten – und erhöhter Glättegefahr, vor allem im Norden und Nordosten.