US-Militär

Nach Angriffen im Iran: USA bestellen weitere Bunkerbrecher

Mit diesem Bunkerbrecher kann das US-Militär auch tief unter der Erde liegende Anlagen angreifen: Erstmals wurden die Bomben 2025 gegen iranische Atomanlagen eingesetzt. Nun wird Nachschub bestellt.

Nach Angriffen im Iran: USA bestellen weitere Bunkerbrecher

Die bunkerbrechende Bombe kann auch sehr tief liegende Anlagen angreifen. (Archivbild)

Von dpa

Washington - Rund ein Dreivierteljahr nach dem Einsatz gegen unterirdische Atomanlagen im Iran will das US-Militär Nachschub der massiven bunkerbrechenden Bomben vom Typ GBU-57 bestellen. Die Neuanschaffungen seien infolge des Einsatzes vom vergangenen Juni nötig, um die Lager wieder aufzufüllen, erklärte das US-Verteidigungsministerium zur Begründung der Ausschreibung. Die Bomben seien nötig, "um die Einsatzbereitschaft wiederherzustellen". 

Der mit einem GPS-System präzisionsgelenkte Bunkerbrecher ist rund sechs Meter lang und 13,6 Tonnen schwer. Aufgrund ihrer Dimensionen und des hohen Gewichts kann die Bombe nur von Tarnkappenbombern des Typs B-2 abgeworfen werden, über die ebenfalls nur das US-Militär verfügt. Insgesamt 14 der massiven Bomben wurden bei dem Einsatz im Iran abgeworfen, die meisten davon auf die besonders tief reichende Anlage Fordo. Die Angriffe im Iran waren der erste Kampfeinsatz der Bombe in der US-Geschichte.

Aus dem stellenweise geschwärzten Dokument der Ausschreibung ging nicht hervor, wie viele der Bunkerbrecher die US-Luftwaffe nun beim Hersteller Boeing bestellt. Auch der Wert des Auftrags für die Bomben und damit zusammenhängende Dienstleistungen blieben einigermaßen unklar: Er wurde mit der höchsten Kategorie von "mehr als 100 Millionen US-Dollar" angegeben. Ebenfalls blieb offen, bis wann mit der Lieferung der Bomben zu rechnen ist. 

Die Bombe rammt sich vor der Zündung tief unter die Erde 

Die Bombe wurde im Auftrag des US-Militärs speziell für tief unter Felsgestein, dicken Erdschichten oder Beton liegende Ziele entwickelt. Mit der Wucht ihres eigenen Gewichts - beschleunigt durch einen Abwurf aus großer Höhe - rammt die tonnenschwere Bombe mit einer besonders gehärteten Spitze den Weg für ihre Sprengstoffladung frei. Die Detonation erfolgt dann erst in der Tiefe. 

"Die Ummantelung des Sprengkopfs ist aus einer speziellen Hochleistungs-Stahllegierung hergestellt und das Design ermöglicht eine große Sprengladung unter Beibehaltung der Integrität der Bombe während des Einschlags", heißt es in einem erklärenden Dokument des US-Militärs zur Funktionsweise. 

Es ist nicht gesichert bekannt, über wie viele GBU-57 das US-Militär verfügt, Berichten zufolge handelt es sich aber um eine geringe Stückzahl. 20 Stück davon hatte die Luftwaffe nach Angaben von 2015 bestellt. 

Die GBU-57-Bombe gehört zu einer Art der Bunkerbrecher, die auch unter dem amerikanischen Kürzel MOP bekannt ist ("Massive Ordnance Penetrator"; auf Deutsch etwa "schwere durchdringende Bombe").

Trump: Ohne Deal wird es "sehr traumatisch" für den Iran

Die neue Ausschreibung kommt zu einem Zeitpunkt erneut erhöhter Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Das US-Militär hat in der Region zuletzt massiv Kräfte zusammengezogen und Präsident Donald Trump drohte Teheran mehrfach mit einem militärischen Eingreifen. Aktuell scheint er aber im Streit um das iranische Atomprogramm auf Verhandlungen zu setzen. 

Er warnte den Iran am Donnerstag vor schwerwiegenden Konsequenzen, sollte sich das Land nicht mit den USA einigen. "Das wird sehr traumatisch für den Iran, wenn sie keinen Deal machen", sagte er im Weißen Haus.