Sportlerehrung in Tübingen

Nach Palmers Nein zur Rampe – Sponsoren wollen Para-Sportlerin helfen

Für die Sportlerehrung in Tübingen lehnt OB Palmer eine Rampe ab. Nun bieten Sponsoren ihre Hilfe an – und Para-Sportlerin Cary Hailfinger äußert sich deutlich.

Nach Palmers Nein zur Rampe  –  Sponsoren wollen Para-Sportlerin helfen

Der Tübinger OB Boris Palmer (Archivbild).

Von red/dpa/lsw

In der Debatte um eine Rampe für eine Para-Sportlerin im Rollstuhl haben sich laut der Stadt Tübingen viele Sponsoren gemeldet. Mehrere Firmen und Vereine aus der Region hätten ihre Hilfe angeboten, sagte eine Sprecherin der Stadt. Mit Hilfe dieser Rampe könnte Para-Tischtennisspielerin Cary Hailfinger bei der Sportlerehrung Ende Juni auf die Bühne kommen. Zuerst hatte der SWR berichtet. 

Hailfinger ist deutsche Vizemeisterin im Damendoppel im Para-Tischtennis. „Ich freue mich, dass es so viel Hilfsbereitschaft und Angebote gibt. Darüber muss die Stadt Tübingen entscheiden“, sagte Hailfinger der dpa zu den Sponsoren. 

OB Palmer ist gegen die Rampe - warum eigentlich?

Auf seiner Facebookseite hatte sich Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) am Dienstag zur Kritik geäußert: „Es wird definitiv keine zusätzliche Rampe für die Sportlerehrung geben – unabhängig davon, wie massiv die persönliche Diffamierung inzwischen betrieben wird. Öffentlicher Druck, moralische Empörung und Beschimpfungen ersetzen keine sachliche Abwägung.“

Als Gründe für seine Entscheidung schrieb er, Hailfinger sei die einzige Sportlerin, die für die Ehrung einen Rollstuhl benötige. Sie könne mit Unterstützung kurze Strecken auch zu Fuß zurücklegen. „Der Auf- und Abbau einer temporären Rampe würde rund 1.200 Euro kosten und zudem zahlreiche Sitzplätze in der Halle entfallen lassen.“ Palmer war dafür heftig kritisiert worden. Unter anderem hatte der Allgemeine Behindertenverband Deutschland e.V. (ABiD)  Palmers Vorgehen als Skandal und „Schlag ins Gesicht für alle Menschen mit Behinderung“ bezeichnet. Menschenwürde dürfe kein Kostenfaktor sein.

Warum Cary Hailfinger eine Rampe wichtig ist

Der Sportlerin geht es nach eigenen Angaben ums Prinzip. Sie persönlich könne vielleicht noch ein paar Schritte laufen, andere aber nicht. „Mal wieder kommt die Ausrede der Kosten statt Inklusion. Bin ich also als Para-Sportler mal wieder weniger wert? Bin ich es also mal wieder nicht wert, dass ich nicht allein auf die Bühne kommen kann, ohne dass ich mich von einer Begleitperson hoch stützen oder tragen lassen muss?“, postete Hailfinger auf Facebook. Sie sei mit der Stadt Tübingen im Gespräch, eine einvernehmliche Lösung zu finden.