Neues Zentrum für Behandlung von Myomen

Die Rems-Murr-Kliniken heißen Patientinnen willkommen.

Neues Zentrum für Behandlung von Myomen

Jens Haßfeld (rechts) und Eva Fürner holen das Myom mit der Sonata-Methode auf den Schirm und veröden es dann binnen Minuten gezielt mit Hilfe der weißen Sonde. Foto: © DG/Bebopmedia

Winnenden/Schorndorf. Die Rems-Murr-Kliniken haben im Juli ein neues Spezialzentrum für Myome etabliert. Dort sollen einer Pressemitteilung der Kliniken zufolge die Expertise rund um Myome gebündelt und das Team gezielt geschult werden. Zudem spiele die interdisziplinäre Zusammenarbeit eine große Rolle, indem die Abläufe zwischen Gynäkologie, Radiologie, Chirurgie, Schmerzmedizin und Physiotherapie optimiert würden.

Myome sind mehr oder weniger dicke Muskelknoten in der Gebärmutter, die das Einnisten einer befruchteten Eizelle erschweren können. Häufig geraten sie erst ins Visier, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Auch starke Periodenblutungen oder Menstruationsschmerzen sind typische Alarmsignale. Das Alter der Patientin und ihre Lebensumstände spielen eine wichtige Rolle, erklärt Jens Haßfeld, leitender Oberarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Rems-Murr-Klinik Schorndorf. „Denn im weiblichen Körper sind Myome neben einer Endometriose, also Gebärmutterschleimhautwucherungen, wichtige Hinderungsgründe, weshalb eine Frau nicht schwanger werden kann. Deshalb sind unsere typischen Patientinnen jünger als 40 Jahre. Später stören sie seltener und spielen daher keine so große Rolle mehr.“ Der Bedarf sei groß, erklärt Jens Haßfeld. „Bis zu 40 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter leiden unter Myomen. Deshalb ist es uns ein großes Anliegen, darüber aufzuklären und qualifizierte Lösungen in der Diagnostik und Therapie zu bieten.“

In dem neuen Spezialzentrum kommt auch ein innovatives Verfahren namens Sonata zum Einsatz. Bei diesem werden Myome per Ultraschall dargestellt und durch gezielte Radiofrequenzenergie verödet. Gleichzeitig schont es der Pressemitteilung zufolge die Patientin, die sich rasch erhole und nach wenigen Tagen in der Klinik zurück ins Alltagsleben könne. Die Gebärmutter bleibe erhalten, ein schmerzhafter Bauchschnitt sei nicht nötig und es blieben keinerlei sichtbare Narben zurück. „Heute können wir 30 Prozent aller Patientinnen damit behandeln“, sagt Haßfeld. pm