Landtagswahl Baden-Württemberg

Newsblog: Cem Özdemir erklärt sich zum Wahlsieger

Spannung bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg: Die Grünen haben die Wahl knapp für sich entschieden. Wir berichten in diesem Newsblog über aktuelle Entwicklungen.

Newsblog: Cem Özdemir erklärt sich zum Wahlsieger

Cem Özdemir mit Winfried Kretschmann am Abend im Stuttgarter Landtag.

Von Von unserer Redaktion/dpa

Die Wählerinnen und Wähler von Baden-Württemberg sind am Sonntag (8. März) dazu aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Wir begleiten die Wahl und die Entwicklung in den Tagen danach mit einem Newsblog.

22:16 Uhr: Özdemir erklärt sich zum Wahlsieger

Cem Özdemir war lange vorsichtig, jetzt ruft er den Sieg aus. „Wir haben die Wahl gewonnen“, sagt er auf der Wahlparty der Grünen. „Abgesänge auf die Grünen waren verfrüht“. Zuvor wurde er mit Fangesängen begrüßt. Inzwischen sind auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Finanzminister Danyal Bayaz und Tübinges Oberbürgermeister vor Ort.

22:14 Uhr: Wahlkreise im Kreis Ludwigsburg gehen an die CDU

Zumindest über die eigenen Ergebnisse dürfen sich die CDU-Kandidaten im Kreis Ludwigsburg am Wahlabend freuen: Lukas Tietze (Ludwigsburg), Tobias Vogt (Bietigheim-Bissingen) und Konrad Epple (Vaihingen) sichern sich die Direktmandate in den drei Wahlkreisen. Tayfun Tok (Grüne) landet in Bietigheim-Bissingen zwar deutlich hinter Vogt, zieht aber über die Landesliste ebenfalls erneut in den Landtag ein.

22:05 Uhr: CDU-Mann holt Direktmandat in Leonberg

Der Vorsitzende der Herrenberger CDU-Fraktion im Gemeinderat, Albrecht Stickel, hat das Direktmandat im Wahlkreis 06 (Leonberg) geholt. Er bekam 34,8 Prozent der Erststimmen und verwies Peter Seimer (Grüne, 28,7 Prozent) auf Rang zwei. Stickel stand nicht auf der Landesliste und setzte damit voll auf die Karte Direktmandat. Der 52-Jährige ist der Nachfolger der Christdemokratin Sabine Kurtz, die sich nach zwei Jahrzehnten aus der aktiven Landespolitik zurückzieht. Trotz dieser Niederlage dürfte es Peter Seimer über die Landesliste wieder in den Landtag schaffen.

21:48 Uhr: Innenminister Strobl holt Direktmandat in Heilbronn

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat seinen Wahlkreis bei der Landtagswahl am Sonntag gewonnen. Strobl holte laut Wahlleitung mit 30,6 Prozent der Erststimmen das Direktmandat in Heilbronn. Er landete damit vor AfD-Kandidat Maximilian Decker, der auf 22,2 Prozent der Erststimmen kam - knapp vor der Grünen-Bewerberin Gudula Achterberg mit 21,5 Prozent. Strobl konnte damit das Direktmandat von den Grünen zurückgewinnen. Diese hatten es bei der Landtagswahl 2021 geholt. Der gebürtige Heilbronner ist seit 2016 Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident in der schwarz-grünen Landesregierung.

21:25 Uhr: Rülke bekommt auf Wahlparty Applaus

Hans-Ulrich Rülke ist soeben in die Alte Kanzlei in Stuttgarter zur Wahlparty seiner Partei gekommen. Er bedankt sich und bekommt heftigen Applaus der noch Ausharrenden. Es heißt jetzt trotzig: „Wir machen weiter!“

21:19 Uhr: Grünen-Vorsprung schmilzt zusammen

In der aktuellen Hochrechnung der ARD schmilzt der Abstand der Grünen ordentlich zusammen: Danach kommen die Grünen auf 30,3 Prozent, die CDU auf 29,7 Prozent. Die AfD landet bei 18,7 Prozent, die SPD bei 5,6 Prozent. FDP und Linke scheitern mit 4,4 und 4,3 Prozent an der 5-Prozent-Hürde.

21:07 Uhr: Grüne in Esslingen klar vorne

In Esslingen liegen die Grünen mit derzeit 39,4 Prozent der Zweitstimmen klar vorne. Auf Platz 2 liegt die CDU mit 25,8 Prozent. 69 von 77 Wahlbezirken wurden Stand 20.55 Uhr ausgezählt. Esslingens Bürgermeister Yalcin Bayraktar über die Landtagswahl: „Es war eine Aufholjagd, die ganz klar der Person Cem Özdemir zuzurechnen ist. Er hat einen brutal guten Wahlkampf gemacht.“

21:03 Uhr: Gratis-Tattoos auf der Grünen-Wahlparty

Auf der Wahlparty der Grünen in der Staatsgalerie kann man sich die Özdemir-Begeisterung unter die Haut gehen lassen: Es gibt Gratistattoos wie kleine Brezeln oder „2Ö26“. Die Liste des Tätowierers war schnell voll.

20:59 Uhr: Thekla Walker verliert Direktmandat

In Wahlkreis Böblingen, der geografischen Mitte Baden-Württembergs, verliert Grünen-Umweltministerin Thekla Walker ihr Direktmandat an CDU-Kandidatin Regina Dvořák-Vučetić. Zwar liegen die Grünen nach Zweitstimmen vorn, aber bei den Erststimmen liegt die CDU mit vier Prozent vorne. Die Gewinnerin sagt dazu: „Dieser Zugewinn zeigt mir, dass die Leute bürgerliche Politik wollen.“

20:17 Uhr: Linke feiern im LKA Longhorn

Die Internationale darf nicht fehlen Im LKA Longhorn ist die Stimmung trotz schwindender Landtagschancen gut. Die Kandidatinnen und Kandidaten werden auf der Bühne gefeiert - und die Internationale wird lautstark angestimmt. Nur langsam gehen die Ersten nach Hause.

20:16 Uhr: Linken-Kandidatin Bohnen: „Sind zerrieben worden“

Die Linken-Politikerin Kim Sophie Bohnen sieht trotz des möglichen Scheiterns an der Fünf-Prozent-Hürde auch Erfolge für ihre Partei - und Chancen für kommende Wahlen. „Es ist natürlich eine Enttäuschung“, sagte sie nach den ersten Hochrechnungen. „Das ist aber auch das beste Ergebnis, das wir als Linke in Baden-Württemberg eingefahren haben. Das können wir und dürfen wir feiern.“ Die Partei habe einen klaren Auftrag bekommen. Die Linke habe letztlich auch unter der scharfen Konkurrenz von Grünen und CDU gelitten, sagte Bohnen. „Wir sind am Ende in diesem Kopf-an-Kopf-Rennen wahrscheinlich auch zerrieben worden.“ Neben Amelie Vollmer und Mersedeh Ghazaei war Bohnen eine der drei Spitzenkandidatinnen der Linken bei der Landtagswahl.

20:02 Uhr: Kretschmann über seinen Rückzug

Winfried Kretschmann auf der Wahlparty in der Staatsgalerie: „Ich kann jetzt froh in den Ruhestand gehen!“

19:55 Uhr: Stuttgart zur Hälfte ausgezählt - Grüne klar vorne

Nach Auszählung der Hälfte aller Wahllokale liegen die Grünen in Stuttgart klar vorne. Um 19.50 Uhr kommt die Partei auf 41,4 Prozent der Stimmen, die CDU liegt bei 24,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung ist hoch: das Statistische Amt gibt sie mit 87,9 Prozent an. Die AfD steht zu diesem Zeitpunkt in Stuttgart bei 9,9 Prozent, die Linke kommt auf 7,6 Prozent. SPD und FDP liegen jeweils unter 6 Prozent.

19:52 Uhr: Hagel kritisiert Wahlkampf „unter der Gürtellinie“

CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel hat den Stil in den letzten Tagen des Wahlkampfs kritisiert. Der CDU sei es immer wichtig gewesen, „dass wir unseren Wahlkampf mit Anstand führen, mit Stil führen und vor allen Dingen entlang von den Inhalten, wo wir überzeugt sind, dass sie für unser Land wichtig sind“. Leider hätten aber in den letzten Tagen dieses Wahlkampfs eher andere Themen eine Rolle gespielt - „zum Teil mit Angriffen weit unter der Gürtellinie“. „Aber das ist nicht mein Thema. Das müssen andere für sich verantworten und nach dem 8. März kommt der 9. März. Da müssen alle wieder runter vom Baum.“

19:52 Uhr: Christian Gehring: „Der Stachel sitzt tief“

Christian Gehring, CDU-Landtagsabgeordneter und -kandidat im Wahlkreis Schorndorf, zeigte sich am Wahlabend enttäuscht über das Ergebnis – und über das Verhalten der Grünen im Wahlkampf. „Die Enttäuschung sitzt tief, der Stachel sitzt tief“, sagte er und sprach von einer „Schmutzkampagne“ gegen CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel. „Es wurde Schmutz ausgegraben, der sich verfangen hat – diese Art Wahlkampf kennt man sonst eher aus den USA.“

19:46 Uhr: SPD-Kandidatin Katrin Steinhülb-Joos zum Ergebnis ihrer Partei

„Ich habe fünf Jahre lang alles gegeben, mein Mann hat mir komplett den Rücken freigehalten. Ich habe echt geackert. Aber dieses Wahlergebnis liegt nicht an uns. Inhalte haben in diesem Wahlkampf überhaupt keine Rolle gespielt, den Menschen ging es nur darum, wahlweise entweder Hagel oder Özdemir zu verhindern. Das ist so bitter.“

19:41 Uhr: Stuttgarter CDU-Kreischef spricht von „Schmutzwahlkampf“

Stuttgarts CDU-Kreisvorsitzender Max Mörseburg hat mit den vier Stuttgarter Kandidierenden das Fraktionszimmer verlassen und prägt um 19 Uhr das CDU-Wort des Abends: „Schmutzwahlkampf“. Den habe der Gegner geführt, „aus der untersten Schublade“. Aber noch ist aller Tage Abend. Denn es wird sehr spät werden, bis klar ist, ob die CDU womöglich zwei Wahlkreise im Norden und am Neckar zurückerobert.

19.35 Uhr: AfD gewinnt klar in Spiegelberg (Rems-Murr-Kreis)

Spiegelberg ist die erste Gemeinde im Rems-Murr-Kreis, die alle Wahlbezirke ausgezählt hat. Um 19.08 Uhr steht das Ergebnis dort fest: Klar vorne mit 35,4 Prozent der Zweitstimmen ist die AfD,. Die CDU folgt mit 24,7 Prozent.

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19.30 Uhr: Wissenschaftsministerin Petra Olschowski zu den Hochrechnungen:

„So ein Ergebnis hat uns niemand vorhergesagt. Es hat sich gelohnt, dass wir allein in Stuttgart an über 40.000 Haustüre geklingelt haben“

19:28 Uhr: Die Grünen feiern Cem Özdemir

19.25 Uhr: Thekla Walker freut sich über die Zahlen

Die Landesumweltministerin Thekla Walker aus dem Wahlkreis Böblingen zeigt sich glücklich über die Zahlen der ersten Hochrechnung: „Wenn man die Ausgangslage vor ein paar Monaten und dann die Aufholjagd sieht, die wir geschafft haben, kann man nur erfreut sein.“ Noch müsse man den Abend abwarten. Auch Thekla Walker hält die Person Cem Özdemir für mitentscheidend für den möglichen Wahlerfolg: „Gerade in schwierigen Zeiten wünschen sich die Menschen einen politisch erfahrenen Politiker, wie Cem Özdemir es ist. Er genießt großes Vertrauen. Also ja, die Person hat viel ausgemacht.“

19:19 Uhr: Was bedeuten die Ergebnisse für die Parteien im Südwesten?

Unsere Politik-Redakteurin analysiert in einem Video die ersten Wahlergebnisse:

19:15 Uhr: Stoch kündigt persönliche Konsequenzen an

Nach dem historisch schlechten Ergebnis für die SPD bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat deren Spitzenkandidat Andreas Stoch persönliche Konsequenzen angekündigt. Er werde daran mitwirken, dass die SPD „an der Spitze unserer Landespartei, aber auch in der Fraktionsspitze eine Neuausrichtung vornimmt“, sagte Stoch, der derzeit Landes- und Fraktionschef ist, am Sonntagabend in der ARD.

In den Gremien der Partei solle am Montag darüber gesprochen werden, „wie wir den Übergang gestalten“. Er werde dabei „eine sehr konstruktive Rolle spielen“, sagte Stoch.

Hochrechnungen von ARD und ZDF sahen die SPD bei 5,4 bis 5,5 Prozent. Die Sozialdemokraten fuhren damit ihr bislang schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Baden-Württemberg und bundesweit bei Landtagswahlen ein.

Stoch sagte, für ihn persönlich und für die SPD in Baden-Württemberg sei dies ein „extrem schwerer Tag“. Die Polarisierung auf die Frage, wer bei Grünen oder CDU der künftige Ministerpräsident wird, „hat uns Stimmen gekostet“. Es sei gar nicht um inhaltliche Fragen gegangen.

19:02: Klingbeil spricht von „total bitterem Abend“

Der SPD-Bundesvorsitzende Lars Klingbeil hat sich tief enttäuscht über das schlechte Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg gezeigt. „Das ist ein total bitterer Abend“, sagte Klingbeil im ZDF zum historisch schlechten Ergebnis seiner Partei im Südwesten von knapp über 5 Prozent. Die SPD habe für ein anderes Ergebnis gekämpft.

„Wir haben allerdings in den letzten Wochen eine wahnsinnige Dynamik erlebt. Es ging nur noch um die Frage: Cem Özdemir oder Manuel Hagel, wer soll Ministerpräsident werden?“ Das habe am Ende auch die SPD Stimmen gekostet.

Klingbeil ging davon aus, dass es zu dieser Zuspitzung auch in 14 Tagen bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz kommen werde. Dort würden die Bürger dann Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) ein starkes Votum geben. „Insofern glaube ich, dass wir in zwei Wochen einen ganz anderen Wahlabend haben werden, als das heute der Fall ist.“

19.00 Uhr: Fassungslosigkeit bei der SPD Stuttgart

Da helfen nicht einmal mehr Flammkuchen und Wein: Wohl kaum an einem Ort in Stuttgart ist die Stimmung am Sonntagabend so mies wie bei der SPD. Die Stuttgarter Sozialdemokraten haben zur Wahlparty ins Bistro Einstein am Wilhelmsplatz eingeladen - doch von Party kann dort keine Rede sein. Viele sitzen mit langen Gesichtern vor den Fernsehern, andere starren immer noch fassungslos in ihre Smartphones. Den Hochrechnungen zufolge liegt die SPD im Land gerade einmal bei 5,5 Prozent.

18.55 Uhr: Bei der Stuttgarter CDU stirbt die Hoffnung zuletzt:

Können die Direktmandate alles wieder ändern? Könnte die Stuttgarter CDU vielleicht sogar zwei Direktmandate holen? Kreisvorsitzender Max Mörseburg und die Kandidaten hocken im Fraktionszimmer zusammen. Denn in den Wahlkreisen III (Nord) und IIV (Cannstatt, Neckarvororte) könnten Shajeevan Thavakkumar und Markus Reiners womöglich auch vorne liegen. Und auch bei den Hochrechnungen liegt ja nur ein Sitz zwischen Grünen und CDU. „Es gibt noch Hoffnung“, ruft der stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Arthur Roussia in den Saal des Ratskellers.

 

In den letzten Umfragen war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Grünen, die in den vergangenen 15 Jahren mit Winfried Kretschmann stellten, und der CDU vorhergesagt. Wer wird also das Rennen machen? Der grüne Cem Özdemir oder Manuel Hagel von der CDU?

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