Bei der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona dreht sich alles um KI im Handynetz: Von Live-Übersetzungen bis zu 6G – welche Innovationen Aussteller und Besucher erwarten.
Nokia-Chef Justin Hotard sieht viel Arbeit auf die Netzbetreiber zukommen.
Von dpa
Barcelona - Zum Auftakt der weltgrößten Mobilfunkmesse MWC hat Nokia-Chef Justin Hotard die Folgen der steigenden Nutzung von KI-Anwendungen in den Handynetzen betont. "Der Verkehr platzt aus allen Nähten", sagte der Vorstandsvorsitzende des finnischen Netztechnik-Unternehmens in Barcelona. Die Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) stellten Netzbetreiber vor enorme Herausforderungen. Der Mobile World Congress (MWC) startet am Montag.
Die Handynetze seien in den vergangenen Jahrzehnten schrittweise weiterentwickelt worden - zunächst sei es nur um Sprache gegangen, dann um moderate Datenmengen und dann mit der Video- und Streaming-Nutzung um größere Datenmengen. "Jetzt haben wir eine neue Aufgabe, und das ist die Künstliche Intelligenz", sagte Hotard, dessen Firma Antennen und andere Netztechnik herstellt.
Es gebe schon jetzt 1,3 Billionen KI-Sitzungen (Sessions) pro Jahr, Tendenz stark steigend. "Mehr als die Hälfte entfällt auf die Mobilfunknetze", sagte der Manager.
Die allermeisten KI-Sitzungen seien bislang von Menschen ausgelöst. "Es handelt sich um Interaktionen von Menschen mit Maschinen." Als ein Beispiel nennt er Chat-Gespräche mit KI-Assistenten. "Was aber noch kommen wird, das sind Interaktionen von Maschinen mit Maschinen." Dadurch werde der Datenbedarf noch weiter steigen - es werde eine "enorme Beschleunigung" geben.
Besucher und Aussteller aus aller Welt
Bei der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona stellen Netzbetreiber, Smartphone-Hersteller und Netztechnik-Spezialisten Innovationen vor, die auf Anwendungen der Künstlichen Intelligenz beruhen. Es werden Zehntausende Besucher aus aller Welt erwartet.
Unter den Gästen ist auch Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU), der das Gespräch mit Telekom-Chef Tim Höttges sucht. Die Telekom stellt einen KI-Assistenten vor. Dieser soll künftig bei Handygesprächen helfen - etwa mit Live-Übersetzungen und Tourismus-Tipps. Der O2-Mutterkonzern Telefónica wiederum stellt ein quantenverschlüsseltes System vor, das absoluten Schutz vor Hackerangriffen bieten soll. Außerdem wirft die Messe einen Blick auf die Mobilfunktechnologie 6G, die noch entwickelt wird und den aktuellen Übertragungsstandard 5G etwa im Jahr 2030 ablösen dürfte. Das Kürzel 6G steht für 6. Mobilfunkgeneration, sie soll noch schneller riesige Datenvolumina in Echtzeit transportieren können. Das ist besonders für die Industrie wichtig.
Starke Präsenz chinesischer Firmen
Bei der Messe präsentieren sich auch viele chinesische Anbieter mit großen Ständen. Der Technologiekonzern Huawei, der sowohl Netztechnik als auch Smartphones herstellt, hat sogar eine eigene Halle gemietet und ist damit mit Abstand der größte Messeteilnehmer. Konkurrent Xiaomi zeigt sein neues Smartphone Xiaomi 17 Ultra. Das Gerät kostet mindestens 1499 Euro, mit seiner verbesserten Kamera und einem robusteren Akku soll es im Wettbewerb mit dem iPhone-Hersteller Apple auftrumpfen.
Xiaomi arbeitet mit dem deutschen Kamerahersteller Leica zusammen. Mit dem Leica Leitzphone gibt es auch eine Luxusversion des Xiaomi 17 Ultra, die 500 Euro mehr kostet und technisch weitgehend identisch ist.
Besucher auf dem Weg zum MWC 2025 - auch dieses Jahr werden Menschenmassen in die Hallen strömen.
Das neue Xiaomi-Smartphone kostet in etwa so viel wie das iPhone von Apple.