Neuer Deutschlandtrend

Nur noch 5 und 3 Prozent – Junge wenden sich von CDU und SPD ab

Junge Menschen haben den Glauben an CDU und SPD verloren. Sie tendieren zu politischen Rändern, wie die neueste „Deutschlandtrend“-Umfrage zeigt:  Dass sie demonstrieren gehen, wird von einer großen Mehrheit der Deutschen unterstützt.

Nur noch 5 und 3 Prozent – Junge wenden sich von CDU und SPD ab

Friedliche Prozeste, wie hier in Leipzig, stoßen auf große Sympathie.

Von Christian Gottschalk

Es war einer der prägenden Werbesprüche der 90er-Jahre. „Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna?“, fragten die Hersteller der so beworbenen Orangenlimonade im Jahr 1995. Im Jahr 2026 könnte man die Werbebotschaft wiederbeleben. „Sind wir nicht alle ein bisschen GenZ?“. Der aktuelle Deutschlandtrend lässt das jedenfalls glauben.

Gewalt wird fast durchgehend abgelehnt

Fast drei Viertel der Deutschen haben demnach Verständnis für die Anliegen der Demonstranten. 82 Prozent sagen sogar, die Anliegen junger Menschen würden von der Politik in Deutschland nicht gut berücksichtigt. Bezahlbares Wohnen, ordentliche Schulen, soziale Gerechtigkeit: Für all das ist die Zustimmung groß. Noch größer ist die Mehrheit jener, die Gewalt als Mittel der Politik ablehnen. 95 Prozent haben das angegeben.

Für die Umfrage haben die Meinungsforscher von Infratest dimap für die ARD 1297 Menschen interviewt. Die Demonstranten sind sich des Wohlwollens der Menschen dabei sicher. Neun von zehn Befragten halten die Teilnahme an angemeldeten Demonstrationen für ein zulässiges Mittel, um seine Meinung kundzutun. Behindern sollen die Demonstranten aber so wenig wie möglich. Straßenblockaden lehnen gut zwei Drittel ab.

Der Blick in die Zukunft ist je nach dem Alter der Befragten unterschiedlich. Zwar sagt eine Mehrheit in allen Altersgruppen, dass es die heutige junge Generation schwerer habe als frühere, eigenen Wohlstand aufzubauen. Trotzdem glauben nach wie vor 54 Prozent, dass es jeder in Deutschland durch Fleiß und Leistung zu etwas bringen kann. Nur die Jugend selbst hat diesen Glauben verloren. Unter den 18- bis 34-Jährigen sieht eine Mehrheit von 55 Prozent diese Chance nicht mehr.

Übersetzt in politische Zustimmung heißt das, dass die Jugend vor allem den Rändern des politischen Spektrums vertraut. Sich für die Belange junger Menschen einzusetzen, trauen die 18- bis 34-Jährigen am ehesten der Linkspartei (29 Prozent) zu, gefolgt von der AfD (21 Prozent). Die Grünen liegen mit immerhin zwölf Prozent auf Platz drei. Zappenduster sieht es hingegen für diejenigen aus, die als schwarz-rote Koalition derzeit tatsächlich bestimmen, was im Land geschieht. Fünf Prozent bei der CDU, drei Prozent bei der SPD sind Werte, die in den Parteizentralen die Alarmglocken klingeln lassen müssten.

Nur Rentner halten noch zur CDU und zur SPD

In einzelnen Politikfeldern sind die ehemaligen Volksparteien nur noch bei denen erfolgreich, die ihr Arbeitsleben hinter sich haben, bei den über 65‑Jährigen. Allerdings überwiegt in allen Altersgruppen die Unzufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung. Insgesamt stöhnen 87 Prozent über die Arbeit der Regierung und 85 Prozent über die des Kanzlers.

Nur noch 5 und 3 Prozent – Junge wenden sich von CDU und SPD ab

Ausschreitungen wie in Frankfurt werden von den Deutschen nicht toleriert.