Am Mittwochnachmittag ist in Schorndorf ein totes Mädchen gefunden worden. Foto: Alexander Hald/7aktuell.de
Schorndorf. Der Tod eines Kleinkindes auf einem Parkplatz in Schorndorf beschäftigt weiterhin Polizei und Staatsanwaltschaft. Nachdem am Mittwoch am Sportpark Rems in der Richard-Kapphan-Straße ein lebloses Mädchen entdeckt worden war, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Bei dem Kind handelt es sich um ein etwa 20 Monate altes Mädchen. Gegen die 44-jährige Mutter aus Schorndorf wurde ein Strafverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. Nach bisherigem Ermittlungsstand hatte die Frau ihr Auto auf dem Parkplatz am Sportpark abgestellt und das Kind darin zurückgelassen. Als sie am frühen Nachmittag zum Fahrzeug zurückkehrte, fand sie ihre Tochter leblos vor. Ein Passant verständigte den Rettungsdienst. Die Polizei wurde gegen 14.50 Uhr über den Vorfall informiert.
Nach Angaben der Ermittler versuchte die Mutter zunächst selbst, das Kind zu reanimieren. Anschließend setzte ein Notarzt die Wiederbelebungsmaßnahmen fort. Das Mädchen konnte jedoch nicht gerettet werden. Noch ungeklärt ist die genaue Ursache des Todes. Eine Obduktion soll nun Aufschluss darüber geben, ob Überhitzung, Austrocknung oder andere medizinische Faktoren für den Tod verantwortlich waren. Diese soll wohl am Freitagmorgen stattfinden. Hinweise darauf, dass die Mutter unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen gestanden haben könnte, liegen nach Angaben der Polizei derzeit nicht vor.
Wie lange war das Kind in dem Auto?
Offen ist zudem, wie lange sich das Mädchen im Fahrzeug befand. In einer ersten Polizeimeldung war von mehreren Stunden die Rede. Die Kriminalpolizei ermittelt nach eigenen Angaben in alle Richtungen. Nicht abschließend geklärt ist bislang auch, ob die Mutter ihre Tochter tatsächlich im Auto vergessen hatte. Die Polizei spricht derzeit von einem Verdacht. Für die Beschuldigte gilt die Unschuldsvermutung, die 44-Jährige befinde sich nicht in Untersuchungshaft, teilt die Polizei mit. Sie habe einen Rechtsbeistand beantragt und wurde bisher nicht vernommen.
Im Zusammenhang mit ähnlichen Fällen verweisen Experten auf das sogenannte „Vergessenes-Baby-Syndrom“. Dabei kann es unter bestimmten Umständen vorkommen, dass gewohnte Routinen und automatisierte Verhaltensabläufe dazu führen, dass selbst fürsorgliche Eltern ein Kind unbeabsichtigt im Fahrzeug zurücklassen. Ob dieses Phänomen im vorliegenden Fall eine Rolle gespielt hat, ist derzeit jedoch völlig offen. Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft dauern an.