Vorfall in Psychiatrie Wiesloch

Patient stirbt während Fixierung – Leichnam soll am Dienstag obduziert werden

Ein Patient in einer Psychiatrie stirbt, nachdem Polizisten bei der Fixierung geholfen haben sollen. Die Ermittlungen laufen. Zahlreiche Fragen sind noch offen.

Patient stirbt während Fixierung – Leichnam soll am Dienstag obduziert werden

Ein Schild steht am Eingang zum Psychiatrischen Zentrum Nordbaden in Wiesloch (Archivbild).

Von red/dpa/lsw

Nachdem ein 34 Jahre alter Psychiatriepatient in Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis) während einer Fixierung durch Polizisten kollabiert und gestorben ist, soll der Leichnam noch am Dienstag obduziert werden. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Heidelberg mit. Unklar blieb zunächst, wann Ergebnisse der Untersuchung vorliegen sollen. Die Staatsanwaltschaft prüft nach eigenen Angaben, ob sich die an der Fixierung Beteiligten wegen fahrlässiger Tötung strafbar gemacht haben. 

Am Montag hatten die Staatsanwaltschaft Heidelberg und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mitgeteilt, dass der Patient sich im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden (PZN) in Wiesloch bei Heidelberg aggressiv verhalten habe. Mehrere Pflegekräfte sowie die Stationsärztin hätten versucht, den Mann zu beruhigen und zu fixieren, hieß es in der Behördenmitteilung. 

Patient soll sich heftig gegen die Fixierung gewehrt haben

Der Patient habe sich mit großer Kraft dagegen gewehrt, sodass Kräfte des Polizeireviers Wiesloch zur Unterstützung angefordert worden seien. Nach dem Eintreffen der Beamtinnen und Beamten sei zur Unterstützung des Pflegepersonals „unmittelbarer Zwang mit dem Ziel der Fixierung des Patienten angewendet“ worden. 

Dagegen habe sich der Patient heftig gewehrt, hieß es weiter. „Im Rahmen der Fixierung kollabierte der Patient und er wurde reanimationspflichtig.“ Trotz sofortiger ärztlicher Hilfe sei sein Tod festgestellt worden. Der Mann war demnach seit mehreren Wochen freiwillig in dem Zentrum untergebracht gewesen. Das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft ermitteln in dem Fall.

Vorfall erinnert an tödlichen Polizeieinsatz in Mannheim

Der Vorfall erinnert an einen Fall aus dem Mai 2022: Damals war ein psychisch kranker 47-Jähriger in der Mannheimer Innenstadt bei einem gewaltsamen Einsatz von zwei Polizisten zusammengebrochen und im Krankenhaus gestorben. Das Landgericht Mannheim entschied 2024: Das Vorgehen der beiden angeklagten Polizisten war im Wesentlichen gerechtfertigt. Es sprach einen Beamten damals frei, sein Kollege wurde zu einer Geldstrafe von 6.000 Euro verurteilt.

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