Thomas Bareiß im Bundestag: Dem Haushaltsauschuss wohnt er laut Liste nicht mehr bei.
Von Julia Gern
Thomas Bareiß (CDU) gerät weiter unter Druck. Dem Deutschen Bundestag zufolge verliert der Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen seinen Posten im mächtigen Haushaltsausschuss in Berlin.
Auf der offiziellen Mitgliederliste des Bundestags war Bareiß am frühen Nachmittag noch zu sehen. 42 Namen waren dort gelistet, sein Porträtfoto fand sich – dem Alphabet nach einsortiert – neben Peter Aumer und Melanie Bernstein. Zwei Stunden später war es verschwunden.
Sprecher: Bareiß möchte sich nicht äußern
Zuvor hatten diverse Pressestellen das Aus nicht direkt bestätigt. Die Pressestelle der Unionsfraktion im Bundestag hielt sich bedeckt. „Wir möchten Sie bitten, sich direkt an das Büro von Herrn Thomas Bareiß zu wenden“, hieß es auf Anfrage unserer Redaktion. „Ich bitte um Verständnis, dass sich Thomas Bareiß MdB zum derzeitigen Zeitpunkt hierzu nicht äußern möchte“, teilte wiederum sein Sprecher mit.
Der Haushaltsausschuss im Bundestag berät darüber, wofür der Bund wie viel ausgibt. Das Gremium berät darüber im jährlichen Haushaltsverfahren. Zudem kontrollieren seine Mitglieder laut Bundestag die Haushaltsführung der Bundesregierung sowie Finanzhilfen im Rahmen der Eurostabilisierung.
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bareiß
Bareiß war nach seinem schweren Verkehrsunfall Mitte Juli und einer Auszeit erst vor wenigen Tagen in den Bundestag zurückgekehrt. Als Abgeordneter hatte der 51-Jährige seine Arbeit trotz laufender Ermittlungen wieder aufgenommen.
Die Staatsanwaltschaft Hechingen hatte Ende Juli mitgeteilt, dass gegen Bareiß ein Anfangsverdacht der fahrlässigen Straßenverkehrsgefährdung und der fahrlässigen Körperverletzung bestehe. Nach einer Blutanalyse war vom möglichen Einfluss eines synthetischen Betäubungsmittels die Rede.
Junge Union: „gnadenlose Egozentrik“
Die Junge Union Zollernalb hatte Bareiß' am Dienstag dazu aufgefordert, sein Bundestagsmandat niederzulegen, warf ihm „gnadenlose Egozentrik“ vor. Sein CDU-Heimatverband sieht indes viele offene Fragen, die es zu beantworten gelte.