Milliardendeal

Porsche steigt bei Bugatti aus – Verkauf an internationale Finanzinvestoren

Die wirtschaftlich angespannte Lage bei Porsche hat weitere Konsequenzen. Der Stuttgarter Sportwagenhersteller veräußert seine Beteiligung an der ikonischen Marke Bugatti.

Porsche steigt bei Bugatti aus – Verkauf an internationale Finanzinvestoren

Ikonische Supersportwagen – das macht die Marke Bugatti aus.

Von Andreas Schröder

Der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche trennt sich nach monatelangen Verhandlungen von einer von der Öffentlichkeit eher wenig beachteten, aber gleichzeitig prominenten Beteiligung. Die Porsche AG hat nach einer Mitteilung von diesem Freitag ihre Beteiligungen an Bugatti Rimac und der Rimac Group verkauft. Das Unternehmen aus Zuffenhausen hat damit sein Intermezzo mit der legendären Sportwagenmarke Bugatti beendet. Käufer der Porsche-Anteile ist eine internationale Beteiligungsgesellschaft. Laut Finanzkreisen hat der Stuttgarter Autohersteller mit dem gesamten Deal mehr als eine Milliarde Euro erzielt. Offiziell wird über den Verkaufspreis Stillschweigen bewahrt. Der Deal steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen, der Abschluss solle im Laufe des Jahres erfolgen, wie es heißt.

Porsche befindet sich derzeit in einer wirtschaftlich schwierigen Lage. „Mit dem Verkauf unseres Anteils zeigen wir, dass wir Porsche auf das Kerngeschäft konzentrieren werden“, sagte Michael Leiters, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG. Das Unternehmen habe zusammen mit den anderen Partnern „erfolgreich den Grundstein für Bugattis Zukunft gelegt“. Der Gewinn des in den Vorjahren hochrentablen Autoherstellers ist 2025 eingebrochen, Mitarbeiter-Boni wurden gestrichen, auch das Management muss mit Nullrunden seinen Beitrag leisten.

Porsche und die Rimac Group haben das Joint Venture Bugatti Rimac im Jahr 2021 gegründet, „als Heimat für die ikonische Marke Bugatti“, wie Porsche mitteilt. An dem Gemeinschaftsunternehmen hält Porsche eine Minderheitsbeteiligung von 45 Prozent, die Mehrheit von 55 Prozent liegt bei der kroatischen Rimac Group rund um den charismatischen Gründer und Unternehmer Mate Rimac. „Porsche war für uns ein entscheidender Partner, und wir sind sehr dankbar für die Rolle bei der Gründung von Bugatti Rimac“, sagte er.

Käufer ist ein Konsortium aus Abu Dhabi unter der Führung von HOF Capital, einer in New York ansässigen Investmentfirma. Zu dem Konsortium gehören Blue Five Capital als größter Investor sowie eine Gruppe institutioneller Investoren aus den USA und der EU.

Nach Vollzug der Transaktion plane die Rimac Group, die Kontrolle über Bugatti Rimac zu übernehmen und eine strategische Partnerschaft mit HOF Capital und Blue Five Capital einzugehen, um das weitere Wachstum zu unterstützen, wie Porsche weiter mitteilt. HOF Capital wird neben Mate Rimac der größte Gesellschafter der Rimac Group werden. „Seit über einem Jahrhundert sticht Bugatti als Marke für das einzigartige Zusammenspiel von Tradition und Innovation auf höchstem Niveau heraus. Wir sind stolz darauf, mit Mate Rimac und seinem Team zusammenzuarbeiten, um das nächste Kapitel zu gestalten“, sagt Hisham Elhaddad, Mitbegründer und geschäftsführender Partner von HOF Capital. „Bugatti ist ein Monument automobiler Leidenschaft, entstanden aus Ettore Bugattis Streben nach Schönheit und Leistung. Blue Five Capital sieht in dieser Gelegenheit mehr als eine reine Finanztransaktion. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit dem gesamten Bugatti-Rimac-Team dieses Erbe für kommende Generationen zu bewahren“, ergänzt Hazem Ben-Gacem, Gründer und Chef von Blue Five Capital.

Über den Bugatti-Deal hinaus hat Porsche nach Angaben beteiligter Parteien auch seine Beteiligung von 20,6 Prozent an der Rimac Group selbst verkauft. Damit hat sich der Stuttgarter Konzern auch vom Zugang zu Rimacs Elektro- und Batterietechnologie verabschiedet. Mate Rimac ist unter anderem ein Hersteller von Elektro-Supersportwagen.