Symbolbild: Tobias Sellmaier
Rems-Murr/Aalen. Das Polizeipräsidium Aalen, welches auch für den Rems-Murr-Kreis zuständig ist, hat im August neue Präventionsflyer entwickelt. Diese sollen gezielt ältere Menschen und ihr Umfeld über Telefonbetrug informieren und dafür sensibilisieren (siehe Infotext). Die sogenannten „Säm-Delikte“ – das sind Straftaten zum Nachteil älterer Menschen – stellen für die Präventionsarbeit nämlich eine besondere Herausforderung dar, da die Zielgruppe nur schwierig direkt zu erreichen ist. Deshalb richtet sich der neu gestaltete Flyer nicht nur an Seniorinnen und Senioren, sondern auch an deren Angehörige, Bankangestellte, Pflegekräfte und weitere Bezugspersonen.
Ursprung des Projekts war die Frage, wie ältere Menschen, insbesondere mit Mobilitätseinschränkungen, besser erreicht und mit Informationen versorgt werden können. Daraus entstand die Idee, den bestehenden Flyer des Polizeipräsidiums Aalen neu zu gestalten und ihn beispielsweise direkt über die Kanäle des Malteser Hilfsdiensts, etwa über den Menüservice oder über Rechnungen, in die Haushalte älterer Menschen zu bringen. Der Flyer enthält praxisnahe Tipps zum sicheren Umgang mit verdächtigen Anrufen sowie Handlungsempfehlungen.
Im Jahr 2024 entstand allein im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aalen ein Gesamtschaden von rund 1,5 Millionen Euro durch Telefonbetrug – insbesondere durch die sogenannten Schockanrufe. Diese nahmen im Vergleich zu „Enkeltrick“ oder „falschen Polizeibeamten“ deutlich zu. Dabei setzen Täter auf massiven emotionalen Druck, oft mit der Behauptung eines fingierten Unfalls und einer angeblich sofort fälligen Kaution.
Von den insgesamt 557 erfassten Anrufen im Jahr 2024 erfolgten 425 aus dem Ausland. Die Zielgruppe waren in den meisten Fällen ältere Menschen.
Der Flyer wird sowohl durch den Malteser Hilfsdienst als auch vom Referat Prävention des Polizeipräsidiums Aalen bei Veranstaltungen verteilt. pm
Vorsicht vor falschen Nummern Vertrauen Sie nicht der Telefonnummer im Display, denn diese kann manipuliert sein. Legen Sie auf und holen Sie Rat bei einer Vertrauensperson ein. Suchen Sie die offizielle Nummer der angeblich anrufenden Institution selbst raus. Im Verdachtsfall die 110 wählen.
Keine Angaben zu Finanzen Sprechen Sie nicht über persönliche oder finanzielle Verhältnisse am Telefon.
Keine Geldübergabe Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte.