Deutschland im Schwitzkasten

Ratgeber Hitze: Was jetzt hilft und was man lassen sollte

Es ist rekordverdächtig heiß in Deutschland. Und das Ende des Temperaturanstiegs ist noch nicht erreicht. Wie erklären, wie Sie sich vor den Folgen der Hitze schützen können und gesund durch die heißen Tage kommen.

Ratgeber Hitze: Was jetzt hilft und was man lassen sollte

Trinken und Abkühlen ist mit das Wichtigste bei sehr hohen Temperaturen.

Von Markus Brauer/AFP

Zum Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle wird laut Deutschem Wetterdienst in Teilen Deutschlands die 40-Grad-Marke geknackt. Am Freitag (26. Juni) sind vom Oberrhein bis ins Rhein-Main-Gebiet Höchstwerte von 41 Grad möglich, am Wochenende (27./28. Juni) können diese Werte auch andernorts erreicht werden. Hier wichtige Tipps zum Schutz vor Hitze:

Wer leidet besonders unter der Hitzewelle?

Besonders hitzegefährdet sind Menschen, deren Kreislauf ohnehin nicht sehr stabil ist – etwa chronisch Kranke, Übergewichtige und Ältere. Babys und Kleinkinder können zudem noch nicht ausreichend schwitzen und sollten daher besonders geschützt werden.

Während ein gesundes Herz die Mehrbelastung durch Hitze problemlos bewältigt, kommt ein krankes Herz schneller an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Hohe Temperaturen und insbesondere sehr warme Nächte erhöhen auch das Schlaganfallrisiko. Bei extremer Hitze kann bei manchen Herzkreislaufmedikamenten auch eine Änderung der Dosierung nötig sein.

Menschen mit schwachen Venen empfehlen manche Experten, gerade an heißen Tagen Stützstrümpfe zu tragen, damit das Blut durch die Erweiterung der Gefäße nicht in die Beine sackt und so zusätzlich Kreislaufprobleme verursacht.

Welche Trinkmengen sind ratsam?

Generell sollten über den Tag verteilt etwa zweieinhalb bis drei Liter getrunken werden. Ideal sind Mineralwasser, abgekühlte Kräuter- und Früchtetees oder verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. Sie enthalten in der Regel genügend Mineralien, um die ausgeschwitzten Salze wieder zu ersetzen.

Zuckerreiche Limonaden verursachen hingegen noch mehr Durst. Eiskalte Getränke können Magenbeschwerden verursachen. Zudem muss der Körper mehr arbeiten, um die Flüssigkeit auf Körpertemperatur zu erwärmen.

Auf Alkohol sollte besser verzichtet werden. Er weitet die Gefäße, was das Herz noch mehr belastet.

Worauf ist beim Essen zu achten?

Beim Essen gilt es, keine schwere und fette Kost zu sich zu nehmen, sondern besser mehrere kleine und leichte Mahlzeiten mit viel Obst und Gemüse. Auch salzhaltige Kost ist ratsam.

Was verschafft Linderung?

Ein feuchtes Tuch im Nacken oder um Arme und Beine kann den Körper kühlen. Auch kühlende Bäder für Arme oder Füße lindern die Hitze.

Ein einfacher Handfächer verschafft ebenfalls Abhilfe, es muss nicht immer ein Ventilator sein.

Wer die Beine zudem immer mal wieder für einige Minuten hoch legt, entlastet die Gefäße und beugt Schwellungen vor.

Ist Sport zu empfehlen?

Nicht jede sportliche Aktivität bei solchen Temperaturen ist gesundheitsschädlich. Allerdings sollten längere körperliche Anstrengungen und generell Außenaktivitäten möglichst nicht in die Mittagsstunden und die heißeste Zeit am Nachmittag gelegt werden. Senioren, Kindern und Menschen mit Kreislaufproblemen ist vom Sport bei Hitze abzuraten.

Welcher Schutz ist in der Wohnung möglich?

Außen angebrachte Jalousien, Roll- und Klappläden schatten die Zimmer am besten ab. Innenrollos oder Vorhänge können die Sonnenstrahlen erst abschirmen, wenn sie bereits in den Raum eindrangen. Sie sollten zumindest helle oder metallbeschichtete Außenflächen haben, um die Strahlung möglichst gut zu reflektieren.

Hilfreich sind auch Sonnenschutzfolien, die meist getönt sind und von innen auf dem Glas angebracht werden. Allerdings dunkeln Folien Räume ab und erhöhen im Winter die Heizkosten, weil der Raum zusätzliche Energie braucht.

Wann sollte gelüftet werden?

An sehr heißen Tagen sollte am besten zwischen dem Abend und den kühleren Morgenstunden bei weit geöffnetem Fenster gelüftet werden, wenn die Luft draußen kühler ist als drinnen. Durchzug hilft. Tagsüber sollten Fenster und Türen verschlossen bleiben.

Was hilft beim Einschlafen?

Wer sich wegen der Wärme beim Einschlafen quält, dem empfiehlt sich vor dem Zubettgehen eine kühle, aber nicht zu kalte Dusche. Die Feuchtigkeit sollte nicht ganz abgetrocknet werden, sondern verdunsten. Das bringt dem Körper Abkühlung.

Außerdem empfiehlt sich leichte, luftige Schlafkleidung aus Naturfasern. Sie kann Schweiß gut aufnehmen.

Wie effektiv sind Klimageräte?

Untersuchungen der Stiftung Warentest zufolge sind Splitgeräte, die aus Kühlteil und separatem Außenteil bestehen, effektiver als Monogeräte, welche die Abluft durch einen Schlauch zum Fenster hinauspusten. Da dabei zudem das Fenster angekippt werden muss und nicht komplett abgedichtet werden kann, strömt permanent warme Luft von draußen ins Zimmer.

Splitgeräte kühlen bei Hitze schneller, sind allerdings teurer. In einem aktuellen Test der Stiftung Warentest lag die Preisspanne zwischen 870 und 1960 Euro, hinzu kommen die Stromkosten, die aber auch mit 780 bis 1800 Euro über 15 Jahre sehr unterschiedlich ausfallen.

Sind Ventilatoren zu empfehlen?

Ventilatoren senken zwar nicht die Raumtemperatur, wirken aber erfrischend auf der Haut. Gute Modelle gibt es laut Stiftung Warentest ab 80 Euro – die Stromkosten sind gering.