Im Februar 2019 wird die 15-jährige Rebecca in Berlin vermisst gemeldet. Die zuständige Mordkommission hält den Mann ihrer Schwester für ihren Mörder. Beweise gibt es bis heute nicht.
Sieben Jahre nach dem Verschwinden der 15-jährigen Rebecca sind bislang rund 3.500 Hinweise bei der Polizei eingegangen (Archivfoto).
Von red/dpa
Sieben Jahre nach dem Verschwinden der 15-jährigen Rebecca aus Berlin sind bislang rund 3.500 Hinweise aus der Bevölkerung bei der Polizei eingegangen. Allein seit einem erneuten Großeinsatz der Polizei in Brandenburg im vergangenen Herbst seien 150 Hinweise dazu gekommen, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Alan Bauer, der dpa. „Es gehen regelmäßig weitere Hinweise ein.“ Denen gehe man nach.
Rebecca verschwand am 18. Februar 2019 im Stadtteil Britz im Berliner Bezirk Neukölln. Bis heute wurde sie weder lebend noch tot gefunden. Die Polizei verdächtigt den Mann ihrer Schwester, sie getötet zu haben. Der Mann bestreitet das. Seine Verteidigung äußerte sich mehrfach auf Anfragen nicht.
„Auch die kriminaltechnischen Untersuchungen von gesicherten Spuren dauern noch an“, sagte Bauer über die großangelegte Suche im Oktober auf zwei Grundstücken in Brandenburg südöstlich von Berlin. Eines gehörte der Großmutter des unter Verdacht stehenden Schwagers. Auf einem weiteren Grundstück hatten die Großeltern bis 2005 gewohnt. Der Schwager soll sich auf dem Grundstück und in dem Haus, das inzwischen baufällig war, ausgekannt haben.
Suche mit Bagger und Drohne im Herbst 2025
Die Polizei begründete die Suche damit, dass es Anhaltspunkte gebe, dass der verdächtige Schwager die Leiche Rebeccas sowie Gegenstände von ihr vorübergehend auf eines der Grundstücke gebracht haben könnte. Sie setzte einen Bagger, eine Drohne und ein sogenanntes Bodenradar ein.
Die letzte Nacht vor ihrem Verschwinden verbrachte Rebecca nach Angaben der Familie und der Polizei im Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers. Die Ermittler vermuten, dass der damals 27-jährige Schwager die Jugendliche tötete.
Der Schwager war nach Angaben der Staatsanwaltschaft in der Nacht vor dem Verschwinden bei einer Feier und kam erst am frühen Morgen zurück. Rebeccas Schwester ging demnach früh zur Arbeit. Als die Mutter anrief, um Rebecca zum Schulbesuch zu wecken, ging niemand ans Telefon. Die Mutter rief den Schwager an, der Anruf wurde weggedrückt. Kurz darauf rief er zurück und sagte, Rebecca sei bereits weg. In der Schule kam sie nicht an und auch nicht zurück nach Hause.
Fall sorgte für großes Aufsehen
Das Auto der Familie, auf das nur der Schwager Zugriff hatte, wurde später an dem Tag und am Tag darauf auf der Autobahn Richtung Polen festgestellt. In dieser Richtung liegen auch die von der Polizei abgesuchten Grundstücke und weiteren Gebiete. Eine nachvollziehbare Erklärung gab der Schwager bis heute nicht ab.
Der Fall Rebecca hatte 2019 wochen- und monatelang für Schlagzeilen gesorgt. Die Polizei suchte intensiv mit hunderten Beamten, Hubschraubern, Booten, Leichenspürhunden und weiteren technischen Mitteln mehrere Seen in Brandenburg und deren Umgebung ab. Eine Leiche wurde aber nicht gefunden.
Handydaten sowie Hunderte von Hinweisen wurden von der Polizei ausgewertet, aber vergeblich. Knochen, die in der Gegend gefunden wurden, stammten von Tieren. Auch eine von Jugendlichen entdeckte Decke hatte keinen Bezug zu Rebecca. Podcaster, Influencer und Journalisten, die zum Teil mit ihren Hörern die Wälder durchforsteten und Bewohner befragten, blieben ebenfalls erfolglos.