Iran-Krieg

Reisehinweise für Zypern verschärft

Nach Drohnenangriffen raten die USA ihren Bürgern, Reisen nach Zypern zu überdenken. Flüge werden gecancelt, Frankreich und Griechenland schicken Kriegsschiffe.

Reisehinweise für Zypern verschärft

Blutmond und Handelsschiff vor Limassol (Zypern).

Von Michael Maier

Nach einem Drohnenangriff auf einen britischen Militärstützpunkt auf Zypern hat die US-Regierung ihre Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, Reisen nach Zypern und Aufenthalte in dem EU-Land zu überdenken. Die benachbarte Türkei ist bislang nicht betroffen.

Außerdem dürfen nicht dringend benötigte US-Regierungsmitarbeiter und deren Angehörige aus Zypern ausreisen. In Ägpten haben die USA dagegen alle amerikanischen Zivilisten zum sofortigen Verlassen des Landes aufgerufen.

Das Außenministerium begründete Aktualisierung für Zypern mit bestehenden Sicherheitsrisiken. Viele Fluggesellschaften haben bereits ihre Verbindungen in den EU-Inselstaat eingestellt. Der US-Reisehinweis entspricht damit der Stufe drei von vier. Die höchste Stufe wäre eine Reisewarnung.

Deutschland hat im Hinblick auf Zypern aktuell noch nicht reagiert – das deutsche Warnsystem ist indes weniger fein abgestuft als das der USA. Zypern hat aktuell die EU-Ratspräsidentschaft inne, zwei Ministertreffen mussten abgesagt werden.

Drohnenangriffe auf Zypern

Der Angriff in der Nacht zum Montag führte zu erhöhter Alarmbereitschaft: Eine Drohne griff den britischen Stützpunkt Akrotiri in der Nähe von Limassol an. Laut Regierungsangaben wurden danach zwei weitere Drohnen abgefangen. Zyprische Medien berichteten unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass die Drohnen möglicherweise aus dem Libanon gestartet wurden.

Frankreich und Griechenland schicken Schiffe und Flugzeuge nach Zypern

In der Zwischenzeit erhöhen Nato- und EU-Staaten ihre militärische Präsenz in der Region. Der britische Premier Keir Starmer erklärte, dass Großbritannien Hubschrauber zur Drohnenabwehr und ein Kriegsschiff entsenden werde.

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Cyprus News Agency (KYPE/CNA) plant Frankreich, Luftabwehr- und Anti-Drohnen-Systeme sowie eine Fregatte in den östlichen Mittelmeerraum zu schicken. Griechenland hat bereits vier F-16-Kampfflugzeuge nach Zypern verlegt, zwei Fregatten sollen noch folgen.