Die Rheinmetall-Aktie verzeichnete zum Donnerstag einen deutlichen Kursrückgang von 8 Prozent. Was steckt hinter diesem Rückgang und wie bewerten Analysten die aktuelle Situation des Unternehmens?
Die Rheinmetall-Aktie fiel zum Donnerstag um 8 Prozent. Erfahren Sie, welche Faktoren den Kursrückgang ausgelöst haben und wie Analysten die Aktie bewerten.
Von Matthias Kemter
Die Aktie des Rüstungskonzerns Rheinmetall gehörte am Donnerstag zu den größten Verlierern im DAX. Mit einem Minus von 8 Prozent fiel der Kurs auf aktuell 1.603 Euro. Charttechnisch ist die Aktie angeschlagen. Doch was sind die genauen Gründe für diesen Rückgang?
Analysten senken Kursziele
Ein wesentlicher Faktor für den Kursrückgang sind die gesenkten Kursziele durch führende Analystenhäuser. Die US-Bank JPMorgan reduzierte ihr Kursziel für Rheinmetall von 2.250 auf 2.130 Euro. Analyst David Perry senkte seine Gewinnprognosen bis 2030 um bis zu 14 Prozent. Diese Anpassung basiert auf den jüngsten Aussagen des Unternehmens, die auf eine schwächere Geschäftsentwicklung hindeuten. Trotz der Korrekturen bleibt Perry optimistisch und sieht weiterhin ein starkes Umsatz- und Gewinnwachstum. Auch Jefferies senkte das Kursziel, und zwar von 2.170 auf 2.060 Euro. Analystin Chloe Lemarie begründete dies mit enttäuschenden Prognosen des Unternehmens für die Jahre 2025 und 2026. Die avisierten Umsätze und die Profitabilität liegen unter den Markterwartungen, was die Aktie zusätzlich belastet.
Charttechnische Schwäche
Neben den Analystenbewertungen spielt auch die charttechnische Entwicklung eine Rolle. Die Aktie ist unter die wichtige 200-Tage-Linie gefallen, was als negatives Signal gewertet wird. Seit Mai 2025 befindet sich die Aktie in einem Seitwärtstrend, doch der jüngste Rückgang könnte diesen Trend gefährden.
Belastung durch geopolitische Entwicklungen
Ein weiterer Faktor ist das Treffen zwischen der Ukraine und Russland in Abu Dhabi die zum Sonntag noch ausgesetzt wurden und zur Mitte der Woche weiter gingen. Obwohl es keine Anzeichen für einen Durchbruch gibt, belastet allein die Aussicht auf mögliche diplomatische Fortschritte die Rüstungswerte. Dies zeigt, wie sensibel die Branche auf geopolitische Entwicklungen reagiert.
Fazit
Die Rheinmetall-Aktie steht aktuell unter Druck. Gesenkte Kursziele, enttäuschende Unternehmensprognosen und charttechnische Schwächen haben den Kurs zum Donnerstag stark belastet. Dennoch bleibt das Umfeld für Rüstungswerte langfristig positiv, insbesondere im Hinblick auf die Anforderungen der NATO. Anleger sollten jedoch Geduld mitbringen und die weitere Entwicklung abwarten.