Die Möbelmarke Rolf Benz steht für Design und Fertigung in Deutschland. Jahrelang hatte das Unternehmen chinesische Eigentümer. Das ändert sich nun.
Das Logo des Möbelherstellers Rolf Benz ist in einem Rolf Benz Ladengeschäft in der Innenstadt an einem Hocker zu sehen. (Symbolbild)
Von red/dpa
Der traditionsreiche Möbelhersteller Rolf Benz bekommt neue Eigentümer. „Ein deutsches Konsortium wird Rolf Benz übernehmen“, teilte das Unternehmen aus Nagold im Nordschwarzwald mit. Damit sei man nach vielen Jahren wieder vollständig in deutschen Händen. Rolf Benz war 2018 von Kuka Investment und Management gekauft worden - einer Tochter des chinesischen Polstermöbelriesen Jason Furniture. Das Unternehmen ist vor allem für seine Sofas und Sitzgruppen bekannt.
Sprecher des Konsortiums ist der frühere Chef des Online-Brokers Flatexdegiro, Frank Niehage. Der Manager soll künftig auch dem Aufsichtsrat des 1964 vom Möbeldesigner Rolf Benz gegründeten Unternehmens vorstehen. „Die neuen Gesellschafter bringen unternehmerische, internationale Erfahrung sowie eine langfristige Perspektive für Rolf Benz ein“, teilte Niehage mit.
Ziel der neuen Eigentümer sei unter anderem, die Marke weiter zu schärfen, die Innovationskraft zu erhöhen und das Unternehmen zu stärken und profitabel auszurichten. Geschehen soll dies Niehage zufolge durch gezielte Investitionen, Fokussierung - und gegebenenfalls strategische Expansion. Der Vollzug der Transaktion soll im März erfolgen. Der Kaufpreis und die weiteren Mitglieder des Konsortiums waren zunächst nicht bekannt.
Bei „Wetten, dass..?“ saßen Gäste auf Rolf-Benz-Sofa
Rolf Benz gilt als eine der bekanntesten deutschen Möbelmarken. Sie steht für Design-Polstermöbel, die in Baden-Württemberg produziert werden. Das Unternehmen und ihr Namensgeber revolutionierten nach eigenen Angaben einst die Sitzgewohnheiten in Deutschland. In den 1960er Jahren gehörte zur klassischen Wohnzimmer-Einrichtung noch ein Sofa sowie zwei Sessel. Rolf Benz schuf die Sofalandschaft aus unterschiedlich kombinierbaren Elementen. Bei der legendären Fernsehshow „Wetten, dass..?“ nahmen später die prominenten Gäste auf einem Rolf-Benz-Sofa Platz.
Die Identität der Firma mit mehr als 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern solle durch den Verkauf unverändert bleiben. „Premium, Designführerschaft und höchste Qualität bleiben unverrückbare Leitlinien“, erklärte Vorstandschef Jürgen Mauß. Er bleibt ebenso wie Finanzchef Jens Hofmann im Management und beteiligt sich künftig auch am Unternehmen.
Die Eigentümer des Herstellers haben in der Vergangenheit bereits mehrfach gewechselt. Designer Rolf Benz stieg bereits im Jahr 1999 als Gesellschafter aus. Bereits zuvor hatte er mit seiner Familie den Möbelhersteller Walter Knoll im schwäbischen Herrenberg bei Stuttgart übernommen. Benz starb im vergangenen Jahr im Alter von 91 Jahren. Sein Sohn Markus Benz führt das Unternehmen Walter Knoll, auch die Enkelin ist Teil der Geschäftsleitung.