China-Ware

Rückrufwelle wegen Asbest im Spielsand – Entsorgung als Sondermüll

Krebserregender Stoff in Kinderspielzeug gefunden. Mehrere Händler rufen bunten Sand und Spielfiguren aus China zurück – auf keinen Fall einsaugen.

Rückrufwelle wegen Asbest im Spielsand – Entsorgung als Sondermüll

Derzeit ist Vorsicht mit Spielsand für den Innenbereich geboten.

Von mic/red

In Deutschland läuft aktuell eine große Rückrufaktion für verschiedene Spielsand-Produkte und Spielzeuge, die mit asbesthaltigem Sand gefüllt sind. Der hochgiftige und krebserregende Stoff wurde in mehreren Produkten aus China nachgewiesen.

Lesen Sie auch: Vergiftungsgefahr für Babys (von Lukas Böhl)

Betroffen sind nicht gewöhnliche Sandkastensande, sondern speziell gefärbte, feinkörnige Spielsande, die unter Namen wie „Rainbow Sand“, „Magic Sand“ oder „Glow Art Sand“ verkauft werden. Diese werden häufig für kreative Bastelprojekte oder als Dekoration in durchsichtigen Behältern verwendet. Auch Actionfiguren mit Sand-Füllung sind betroffen.

Lesen Sie auch:Käse-Rückruf bei Discountern (von David Hahn)

Asbest im Spielsand – betroffene Händler

Mehrere große Einzelhändler haben bereits reagiert. Der Discounter Woolworth und die Kaufhauskette TK Maxx haben bundesweit Spielfiguren der Marke Stretcherz aus dem Handel genommen.

Bei Woolworth sind neben der bereits zurückgezogenen Spielfigurenserie „Stretcherz Slammerz“ auch die Produkte „Stretcherz Street Smash Car“ und „Stretcherz Stretch Squad Dinos“ betroffen. Bei TK Maxx geht es um Spielzeug „Stretcherz Stretch Squad“, das im Januar und Februar 2026 verkauft wurde.

Spiel- und Bastelsand von Hema

Auch die Warenhauskette Hema ruft Spielzeug wegen Asbestgefahr zurück: Betroffen sind mehrere Produkte mit Spiel- und Bastelsand, der in den Filialen verkauft worden war. In mindestens einem Röhrchen sei der gefährliche Stoff nachgewiesen worden. Nach derzeitigem Stand sei der Sand in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen vertrieben worden.

Die Gefährlichkeit von Asbest liegt darin, dass die Fasern beim Einatmen schwere Erkrankungen wie Asbestose, Lungen- und Rippenfellkrebs verursachen können. Die Folgen zeigen sich meist erst nach Jahrzehnten. Besonders problematisch sind freigesetzte Fasern, wie sie bei den betroffenen Produkten auftreten können.

Sand vor Entsorgung befeuchten – nicht einsaugen

Die Verbraucherzentrale rät dringend davon ab, die betroffenen Produkte weiter zu verwenden. Bei bereits geöffnetem Sand sollten besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden: Der Sand muss befeuchtet werden, um Staubbildung zu vermeiden. Anschließend sollte er in luftdichten Beuteln oder Behältern verpackt und als Sondermüll entsorgt werden. Keinesfalls darf ein Staubsauger verwendet werden, da dies die gefährlichen Fasern im Raum verteilen könnte.

Betroffene Spielzeug-Chargen (Auswahl)

Moxy Sand Painting:

Pufferz Puffer-Figur Sand (dehnbar):

Stretcherz Slammerz via Woolworth:

Creafun Sandmalerei-Bauernhof:

Stretcherz via Aldi Süd und Action:

Spielsand-Warnungen bis nach Australien

Die aktuellen Funde in Deutschland reihen sich in eine internationale Serie von Warnungen ein. Bereits im November 2025 hatten Behörden in Australien und Neuseeland vor belastetem Sand aus China gewarnt. Anfang Februar 2026 wurden auch in den Niederlanden und Belgien zahlreiche kontaminierte Produkte entdeckt.

In Australien waren einige Schulen und Kindergärten vorübergehend geschlossen worden, um sie auf mögliche Belastungen zu prüfen und zu reinigen.

Keine Gefahr im Sandkasten

Die Untersuchungen laufen noch, weitere belastete Produkte könnten gefunden werden. Wer die Produkte mit Spielsand in eine Filiale zurückbringt, erhält auch ohne Kassenbon den vollen Kaufpreis zurück. Normaler Spielsand für Sandkästen im Freien sei nicht betroffen, heißt es.

Verbraucherschützer raten aber vorsorglich davon ab, Sandspiel-Produkte für den Innenbereich zu verwenden, bis sicher geklärt ist, ob diese Asbest enthalten oder nicht.