Viele Studierende finden keine Bleibe. (Symbolbild)
In Baden-Württemberg warten 8.938 Studierende auf einen Platz im Wohnheim. Das geht aus Zahlen des Deutschen Studierendenwerks (DSW) hervor. Im Ländervergleich liegt der Südwesten damit hinter Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hessen bei der Anzahl von Studierenden ohne Wohnheimplatz auf Platz vier.
Bundesweit stehen demnach rund 106.000 Studierende auf Wartelisten des DSW. In drei Städten im Südwesten sind die Wartelisten für ein Zimmer im Wohnheim besonders lang: In Karlsruhe stehen darauf 2.730 Studierende, in Heidelberg sind es 2.679 und in Freiburg 1.901.
DSW-Vorsitzender: Bildungsgerechtigkeit de facto ausgehebelt
DSW-Vorstandsvorsitzender Matthias Anbuhl sagt: „Der Mietdruck auf dem freien Wohnungsmarkt bleibt enorm hoch.“ Der Kostendruck durch die Miete drohe viele Studierende zu erdrücken. Hier finde eine neue Form der sozialen Auslese statt: „Nicht das Talent oder Interesse bestimmt, an welcher Hochschule man studiert, sondern die Frage, ob ich mir die Miete in der Stadt überhaupt leisten kann. Die Bildungsgerechtigkeit in Deutschland wird dadurch de facto ausgehebelt“, kritisiert Anbuhl.
Mit Blick auf den Gesamtbedarf an studentischen Wohnraum könne das DSW nur etwa zehn Prozent der Studierenden mit einer Unterkunft versorgen. Die Folge seien die extremen Wartelisten und ein enormer sozialer Druck bei den Studierenden.
Die Zahlen des DSW beruhen auf einer Abfrage bei seinen Mitgliedern, den 57 Studenten- und Studierendenwerken in Deutschland. Stichtag war der 15. September 2026.