Saatgutprojekt geht in die zweite Runde

Positive Bilanz nach dem ersten Jahr: LEV unterstützt im Kreis Bewirtschafter von FFH-Mähwiesen weiterhin mit artenreichem Saatgut.

Saatgutprojekt geht in die zweite Runde

FFH-Mähwiesen sind besonders arten- und blütenreiche Wiesen. Archivfoto: BKZ

Rems-Murr. Nach dem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr stellt der Verein Landschaftserhaltungsverband Rems-Murr-Kreis (LEV) auch 2026 wieder gebietsheimisches Wiesensaatgut für die Nachsaat auf FloraFauna-Habitat-Mähwiesen (FFH-Mähwiesen) zur Verfügung. Ermöglicht wird dies durch eine Fortsetzung des Projekts „Saatgut für FFH-Mähwiesen im Rems-Murr-Kreis“. Das Projekt wird durch die Stiftung der Kreissparkasse Waiblingen mit einem Betrag in Höhe von 3000 Euro unterstützt. Ziel ist es, artenreiche Mähwiesen im Rems- Murr-Kreis gezielt zu stärken und dem schleichenden Verlust wertvoller Pflanzenarten entgegenzuwirken.

Die Resonanz im ersten Projektjahr war groß: Zahlreiche Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter beantragten Saatgut für unterschiedlichste Herausforderungen auf ihren Flächen – von Wildschweinschäden und lückigen Wiesenbeständen über offene Bodenstellen bis hin zur gezielten Zurückdrängung konkurrenzstarker Arten wie Weidelgras oder einer Hecke.

Die im vergangenen Herbst eingesäten Flächen wurden von FFH-Mähwiesenberaterin Lucy Hilsenbek besucht und fachlich begleitet. Die Bilanz fällt positiv aus: Auf vielen Flächen zeigen sich bereits Erfolg versprechende Entwicklungen. Da viele typische Wiesenkräuter im Herbst keimen, hat sich eine Aussaat im Spätsommer oder Herbst erneut als besonders sinnvoll erwiesen. Die jungen Pflanzen können sich so bereits vor dem Winter etablieren und im Frühjahr kräftig weiterwachsen.

Für den Erfolg einer Nachsaat sind geeignete Keimbedingungen besonders wichtig. Ein offener, lockerer Boden bietet den Samen ideale Voraussetzungen. Ebenso entscheidend ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit in der Keimphase. Es empfiehlt sich zudem, dass die Wiese kurzgemäht in den Winter geht, damit die überwiegend lichtkeimenden Kräuter ausreichend Licht bis zum Boden erhalten. Ein hilfreicher Indikator für die erfolgreiche Ansaat der Blumenwiesenmischung sind die Arten Klatschmohn und Kornblume. Diese beiden schnell wachsenden Arten sind bereits im ersten Jahr nach der Ansaat durch ihre roten und blauen Blüten weithin sichtbar. Die meisten typischen Wiesenkräuter entwickeln sich langsamer und kommen oft erst im zweiten Jahr nach der Ansaat zur Blüte.

Besonders erfreulich ist die Entwicklung der Nachsaatfläche des landwirtschaftlichen Betriebs Schafzucht Kurmann in Aspach. Die Fläche wurde gezielt vorbereitet, um das stark konkurrenzfähige Weidelgras zurückzudrängen und optimale Keimbedingungen zu schaffen.

Bei einer Begehung konnten bereits zahlreiche Jungpflanzen nachgewiesen werden, darunter gewöhnliche Braunelle, Margerite, gewöhnliches Leimkraut, Wiesensalbei, Wiesen-Flockenblume und Wiesenkümmel. Die Entwicklung zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in einer fachgerecht umgesetzten Nachsaat steckt.

Das Projekt ermöglicht dem LEV nicht nur eine flexible Unterstützung bei akuten Problemen auf FFH-Mähwiesen. Über die Anträge entstanden auch neue Kontakte zu engagierten Bewirtschaftern und ein reger fachlicher Austausch. Daraus ergeben sich wertvolle Perspektiven für zukünftige Naturschutzprojekte im Rems-Murr-Kreis.

„Wir freuen uns sehr über die positive Resonanz und die sichtbaren Erfolge auf den ersten Flächen. Das zeigt, dass wir mit dem Projekt genau an der richtigen Stelle ansetzen“, erklärt Mähwiesenberaterin Lucy Hilsenbek vom LEV. Auch in diesem Jahr sollen weitere Wiesenflächen durch die gezielte Nachsaat an Artenreichtum hinzugewinnen.

Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter von FFH-Mähwiesen, die Interesse an einer Teilnahme haben, können sich an die FFH-Mähwiesenberatung des LEV wenden. Ansprechpartnerin ist Lucy Hilsenbek, die landwirtschaftliche Betriebe kostenlos und unverbindlich bei Fragen rund um die naturschutzgerechte Bewirtschaftung von artenreichen Wiesen unterstützt. lra