SC behält Finale im Blick

Die Freiburger kassieren in Braga eine späte wie unglückliche Niederlage – und setzen für den Endspieltraum auf ihre Heimstärke.

Von Sebastian THEUNER

Braga - Philipp Treu hätte „alles kurz und klein hauen können“, wie er im Bauch des Felsenstadions von Braga gestand, Trainer Julian Schuster empfand den bitteren Ausgang des Abends schlicht als „sehr, sehr ärgerlich“. Der Schock des Gegentreffers tief in der Nachspielzeit drückte gewaltig auf die Freiburger Stimmung nach dem Halbfinal-Hinspiel in der Europa League bei Sporting Braga – die großen Hoffnungen auf den erstmaligen Einzug in ein europäisches Endspiel indes schmälerte er kein bisschen.

„Nichts ist vorbei“, betonte Torhüter Noah Atubolu kampfeslustig, „im Rückspiel ist alles möglich.“ Dorthin allerdings nimmt der Sport-Club nun die Hypothek einer 1:2(1:1)-Niederlage mit – die vermeidbar gewesen wäre, hätte die Freiburger Defensive auch in der allerletzten Minute die Konzentration hochgehalten und Schlussmann Atubolu den Ball nicht dem einschussbereiten Mario Dorgeles serviert. „Das Problem war, dass ich den Ball nicht sehe“, beschrieb Atubolu die Situation in der zweiten Minute der Nachspielzeit, in der er einen Schuss von Vitor Carvalho nach vorne hatte abprallen lassen. Trainer Schuster sah die gesamte Defensive in der Verantwortung, „wir können und müssen es besser verteidigen“, kritisierte er.

Verteidigt hatten die Breisgauer zuvor über 90 Minuten diszipliniert. Nach den Treffern von Demir Ege Tiknaz (8.) und des Freiburger Rekordtorschützen Vincenzo Grifo (16.) stand ein leistungsgerechtes 1:1 – was Freiburg wiederum auch Atubolu zu verdanken hatte, der kurz vor der Pause einen Foulelfmeter des ehemaligen Bundesligaprofis Rodrigo Zalazar pariert hatte.

„Es war ein Spiel auf Augenhöhe“, beschrieb Schuster die Partie treffend, „wahrscheinlich wäre das 1:1 dann auch gerecht gewesen.“ Nun müssen seine Profis den nächsten Nackenschlag verarbeiten. In der vergangenen Woche hatte ein Gegentor in der 119. Minute im Halbfinale des DFB-Pokals gegen den VfB Stuttgart den Traum vom Endspiel in Berlin zerstört.

Der Traum vom Endspiel in der Europa League in Istanbul am 20. Mai hingegen lebt für die Freiburger, am kommenden Donnerstag soll er im eigenen Stadion noch in Erfüllung gehen. Dort hat der SC Freiburg im laufenden Wettbewerb bislang jedes Spiel gewonnen.