Zwei Stuttgarterinnen erfinden einen innovativen Sonnenschirm: den „Ecotrii“. Die Konstruktion soll nun auf dem Löwen-Markt und dem Marienplatz etwas Schatten bieten.
Rosa Pöttinger (l.) und Miriam Köpf unter ihrer Erfindung: Im Sommer 2025 stellten sie den Ecotrii-Prototyp an der Eichstraße in Stuttgart auf.
Von Judith A. Sägesser
Stuttgart - Bald dürften die Ideengeberinnen des innovativen Schattenspenders einen Schritt näher am Ziel sein. Um die gesamte Förderung von insgesamt 104 000 Euro aus dem Klima-Innovationsfonds der Stadt Stuttgart zu bekommen, müssen die Erfinderinnen ihren „Ecotrii“ an mindestens fünf Orten in Stuttgart im öffentlichen Raum aufstellen. Der Standort für die ersten beiden Exemplare ist nun gefunden.
Der Ecotrii ist eine Konstruktion, an der Kletterpflanzen entlangwachsen. Auf einem Betonfuß kann man sitzen und ein Päuschen im Schatten machen. Ausgedacht haben sich diesen innovativen Sonnenschutz Rosa Pöttinger und Miriam Köpf.
Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Bezirksvorsteher von Weilimdorf, Julian Schahl, interessiert gezeigt. „Wir würden gerne einen nach Weilimdorf holen“, sagt er nun aus Nachfrage. Er habe den Wunsch, einen Ecotrii auf dem Löwen-Markt aufzustellen, auch schon innerhalb der Stadtverwaltung kommuniziert. Bisher habe er aber weder eine Zu- noch eine Absage erhalten.
Weiter gediehen sind Pläne indessen für einen anderen Ort: nämlich für den Marienplatz. Dort sollen schon bald zwei Ecotriis Schatten spenden. Das Theater Rampe und der Marienplatzfest-Verein haben im vorigen Jahr jeweils ein Exemplar bei der Stadt im Rahmen der Förderung „Urbanes Grün“ beantragt, berichtet Ilona Schaal vom Theater Rampe. „Wir haben den Bewilligungsbescheid vorliegen.“ Der Bezirksbeirat Süd wolle das Projekt bezuschussen, müsse darüber aber noch abstimmen.
„Wir geben einen Rabatt von circa 30 Prozent der Gesamtkosten“, erzählt Rosa Pöttinger. Die Kosten liegen bei rund 30.000 Euro pro Ecotrii. Geplant ist, die neuen Schattenspender im Laufe des Mai am Marienplatz aufzustellen, und zwar nebeneinander hinter den Wasserspielplatz.
Man freue sich, dass das klappe, sagt Ilona Schaal. Auch, weil es bisher nicht viele Sitzmöglichkeiten dort gebe. „Aber es ist natürlich ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Auf dem Marienplatz sei es im Sommer sehr heiß. „Es ist jetzt mal ein Versuch, aber es kann nicht die endgültige Lösung sein.“
18 Quadratmeter beschattet der Ecotrii laut der Erfinderin Rosa Pöttinger, seine Spannweite: 4,5 Meter. Ein Baum brauche zwölf bis 20 Jahre für einen solchen Durchmesser. Im vergangenen Sommer haben sie den viel beachteten Prototyp an der Eichstraße aufgestellt.