Die Gewerbliche Schule Backnang, das Limes-Gymnasium Welzheim und die Freie Waldorfschule Engelberg haben die Plätze 1 bis 3 beim schulischen Klimaschutzwettbewerb „Klima-Challenge“ belegt. Fast 150 Maßnahmen und Projekte wurden durchgeführt. Foto: privat
Backnang. Ende September ging nach zwei Jahren die Klima-Challenge, ein vom Rems-Murr-Kreis finanziertes und von der Energieagentur Rems-Murr getragenes Klimaschutzprojekt, zu Ende. Ganz oben auf dem Siegertreppchen landete die Gewerbliche Schule Backnang. Platz zwei ging an das Limes-Gymnasium in Welzheim, den dritten Platz belegte die Freie Waldorfschule Engelberg in Winterbach. „Unser Ziel war es, noch mehr Klimaschutz in die Schulen zu bringen. Dafür galt es, Gleichgesinnte unter Schülern und Lehrkräften zu finden, Eltern und Hausmeister einzubinden und das Wissen der Energieagentur einzubringen“, erklärt Ulrike Pfab, Projektverantwortliche bei der Energieagentur Rems-Murr. Ursprünglich hatten sich vier Schulen für die Teilnahme qualifiziert. Drei schafften es ins Finale. „Das Rennen war denkbar knapp. Insgesamt flossen fast 150 Aktionen und Maßnahmen in die Bewertung ein“, so Pfab. Gefragt waren sowohl Einsparungen bei Heizung, Strom und Wasser als auch kreative Ideen für mehr Klimaschutz im Schulalltag.
Programm mit Wirkung
Pulsgeber für die Aktivitäten waren Klima-AGs. Während das Limes-Gymnasium bereits auf eine Umwelt-AG zurückgreifen konnte, wurden in Backnang und Winterbach neue Gruppen gegründet. Sie sorgten dafür, dass der Ressourcenverbrauch nicht nur im Schulgebäude, sondern auch auf dem Schulweg, beim Pausenbrot oder bei der Kleidung in den Blick genommen wurde. Gleichzeitig ging es darum, möglichst viele Mitglieder der Schulgemeinschaft einzubeziehen. „Die Vielfalt der Projekte zeigt, dass es nicht den einen richtigen Weg gibt“, betont Pfab. Die Gewerbliche Schule Backnang nutzte beispielsweise die Systematik des Umweltmanagementsystems EMAS, um gemeinsam mit der Klima-AG Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Regelmäßige Strommessungen an Smartboards und Druckern, die Umstellung auf zentrale Drucker sowie Energiespartipps für Lehrkräfte und Schülerschaft führten zu Einsparungen. Klimapuzzleworkshops zerlegten das komplexe Thema Klimawandel in verständliche Teilaspekte. Nistkästen und Insektenhotels wurden gebaut und auf dem Schulhof aufgehängt.
Am Limes-Gymnasium Welzheim standen mehrere Aktionstage im Mittelpunkt. Bei den „Limes Games“ und beim großen Klimatag beschäftigten sich die Klassen mit den UN-Nachhaltigkeitszielen. Hinzu kamen Ausstellungen und Aktionen wie ein Kleidertausch, das Schulradeln mit Elternbeteiligung sowie die Ausbildung von „Energiespardetektiven“. Ein Außenklassenzimmer wurde eingerichtet und ein 3-D-Stadtmodell wurde entwickelt, mit dem mögliche Standorte für erneuerbare Energien wie Fotovoltaik und Windkraft in Welzheim sichtbar gemacht wurden.
Die Freie Waldorfschule Engelberg in Winterbach setzte auf informative und praxisnahe Maßnahmen. Für Eltern wurde ein Filmabend zu erneuerbaren Energien organisiert, die Lehrkräfte erhielten Materialien wie die „Klimahelden“-Broschüre und eine Wandzeitung lieferte regelmäßig Klimatipps für die Schulgemeinschaft. In der Kantine wurden klimafreundlichere Lebensmittel eingeführt, 200 Bäume gepflanzt und aus alter Kleidung Taschen hergestellt. Ein besonderes Highlight war ein Fassadenbegrünungsprojekt mit Hopfen.
Die Energieagentur begleitete die Schulen während der zweijährigen Projektlaufzeit mit dem Projektmanagement, organisierte Austauschtreffen und unterstützte bei der Öffentlichkeitsarbeit mit Postern, Texten und Grafiken. pm