Der Silberpreis hat am Montag ein Tagestief von knapp 61 US-Dollar. Ein Rückgang von 17 Prozent. Was sind die Gründe für diesen drastischen Kursverlust?
Der Silberpreis fällt zum Wochenbeginn um fast 17 Prozent. Erfahren Sie, welche Faktoren den drastischen Kursrückgang ausgelöst haben.
Von Matthias Kemter
Der Silberpreis ist zu Beginn der Woche erneut stark gefallen. Mit einem Tagestief von knapp 61 US-Dollar setzt sich der Abwärtstrend der letzten Wochen fort. Aktuell notiert das Edelmetall bei etwa 64 Dollar. Die geopolitischen Spannungen und die restriktive Geldpolitik der US-Notenbank belasten den Markt erheblich.
Ungewöhnliche Entwicklung
Seit Beginn des Iran-Kriegs haben die Edelmetallmärkte eine ungewöhnliche Entwicklung gezeigt. Während Gold und Silber traditionell als sichere Häfen in Krisenzeiten gelten, bleibt diese Rolle in der aktuellen Situation aus. Der Silberpreis stieg vor Beginn des Konflikts stark an, verlor jedoch nach Kriegsbeginn rapide an Wert. Dies liegt daran, dass die Marktteilnehmer die geopolitischen Risiken bereits vorab eingepreist hatten. Ganze 20 Prozent zog der Silberpreis in den 10 Tagen vor dem Beginn des Iran-Krieges an. Die historische Edelmetall-Rally im Januar hat auch gezeigt, wie überhitzt und spekulativ der Markt mittlerweile ist. Um über 60 Prozent stieg der Kurs im Januar und korrigierte sich anschließend innerhalb einer Woche wieder auf den Vormonatsstand. Bei solch einer Volatilität macht es Sinn, wenn weitere Korrekturen ebenfalls stärker ausfallen.
Einfluss der US-Geldpolitik
Zentraler Faktor für den Preisverfall seit der letzten Woche ist die restriktive Haltung der US-Notenbank. Obwohl die Zinsen beim Fed-Zinsentscheid in der letzten Woche unverändert blieben, stellte die Fed lediglich eine Zinssenkung für das laufende Jahr in Aussicht. Dies enttäuschte die Marktteilnehmer, die ursprünglich mit zwei Zinsschritten gerechnet hatten. Die Aussicht auf eine weiterhin straffe Geldpolitik macht zinslose Edelmetalle unattraktiver. Gleichzeitig stärkt die restriktive Geldpolitik den US-Dollar, was den Silberpreis zusätzlich unter Druck setzt. Da Silber in US-Dollar gehandelt wird, verteuert ein starker Dollar das Edelmetall für internationale Käufer.
Steigende Inflationssorgen durch Energiepreise
Die weiter steigenden Ölpreise erhöhen die Inflationsrisiken und verringern die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen. Die kürzliche Befürchtung der IEA einer schweren Energiekrise belastet die Nachfrage nach Edelmetallen weiter. Silber, das oft auch als Industriemetall genutzt wird, leidet zudem unter den wirtschaftlichen Unsicherheiten.