„Carrington-Ereignis“

Sind Polarlichter gefährlich?

Polarlichter strahlen am Nachthimmel, doch hinter der Schönheit lauert eine unsichtbare Gefahr für unsere moderne Zivilisation.

Sind Polarlichter gefährlich?

Giftgrüne Polarlichter.

Von Michael Maier

Wer in der Nacht auf den 20. oder 21. Januar 2026 in den Himmel blickte, traute seinen Augen kaum: Polarlichter tanzten sogar über Süddeutschland und den Alpen. Doch so faszinierend das leuchtende Farbenspiel ist – es ist der Vorbote einer unsichtbaren Gefahr aus dem All.

Um die kurze Antwort vorwegzunehmen: Für den Menschen am Boden sind Polarlichter direkt ungefährlich. Sie müssen keine Angst haben, vom rot-grünen Licht verstrahlt zu werden. Unsere Atmosphäre und das Magnetfeld der Erde schützen uns zuverlässig vor den geladenen Teilchen, die dieses Lichtspiel erzeugen.

Doch die Frage ist komplexer. Polarlichter sind das sichtbare Symptom eines geomagnetischen Sturms. Und dieser kann für unsere technisierte Welt verheerende Folgen haben.

Geomagnetischer Sonnensturm der Stufe 4 von 5

Der jüngste Sonnensturm erreichte laut dem US-Weltraumwetterzentrum (SWPC) die Stufe 4 von 5. Während wir die Lichter bewundern, gibt es für unsere Infrastruktur im Hintergrund Probleme.

Polarlichter und das „Carrington-Szenario“

Experten warnen, dass wir „überfällig“ für einen gigantischen Sturm sind. 1859 sorgte das sogenannte Carrington-Ereignis dafür, dass Telegrafenleitungen Funken sprühten. Würde ein Sonnensturm dieser Stärke heute die Erde treffen, wären die Auswirkungen katastrophal:

Eine Studie des Max-Planck-Instituts warnt vor „Superflares“, die noch tausendmal stärker sein könnten als normale Eruptionen – ein Ereignis, das statistisch gesehen einmal pro Jahrhundert vorkommen könnte.

Genießen Sie den Anblick der Polarlichter. Sie sind wunderschön – aber auch eine Warnung, wie abhängig wir vom Universum sind.