Unternehmer aus Burladingen

So blickt Wolfgang Grupp auf die Landtagswahl zurück

Ex-Trigema-Chef Wolfgang Grupp hat in einem Interview verraten, was er vom Ausgang der Landtagswahl hält – und warum er mit gemischten Gefühlen auf die AfD blickt.

So blickt Wolfgang Grupp auf die Landtagswahl zurück

Ex-Trigema-Chef Wolfgang Grupp hat sich in einem Interview zum Thema Politik geäußert. (Archivbild)

Von Sascha Maier

Wolfgang Grupp hat in einem Interview Revue passieren lassen, wie er auf die Landtagswahl in Baden-Württemberg blickt. „Die CDU hatte acht Prozent Vorsprung – und am Schluss gewinnen die Grünen die Wahl“ sagte der Ex-Trigema Chef gegenüber der „Bild“. Grupp weiter: „Ich beschäftige mich wenig mit Politik“, aber klar sei: „Mit so einem Vorsprung darf man eine Wahl eigentlich nicht verlieren.“

Auch auf das Thema Brandmauer zur AfD kam Grupp erneut zu sprechen. „Wir müssen mit allen sprechen.“ Als Bundeskanzler Friedrich Merz dies in Richtung AfD ausgeschlossen habe, habe das den Unternehmer „ein bisschen genervt“. Außerdem erzählte der 83-Jährige, wie AfD-Chef Tino Chrupalla in dem Familienbetrieb in Burladingen zu Besuch gewesen sei. „Herr Chrupalla hat gefragt, ob er Trigema besichtigen darf“, sagte Grupp, „Natürlich. Ich habe ihm alles gezeigt und klargemacht: Ohne unsere ausländischen Mitarbeiter aus 40 Nationen könnten wir hier nicht produzieren.“

Straftäter konsequent abschieben

Dass die CDU mit der AfD irgendwann koaliere, könne sich Grupp dennoch nicht vorstellen: „Vieles, was die AfD sagt, ist nicht machbar.“ Allerdings habe sie beispielsweise bei dem Standpunkt, dass schwer straffällig gewordene Asylbewerber ihr Anrecht, in Deutschland zu leben, verwirkt hätten.

Auch zur FDP hat Wolfgang Grupp seine Meinung kundgetan. Dass die Partei immer mehr in der Bedeutungslosigkeit verschwinde, macht der Kult-Unternehmer von allem an einer Personalie aus. „Der Lindner hat die Partei niedergemacht“, so Grupp.

Biografie erschienen

Wolfgang Grupps heiß erwartete autorisierte Biografie ist soeben erschienen. In dieser spricht er auch offen über seinen Suizidversuch im vergangenen Jahr – und wie seine Frau ihn gerettet hat. Das Ereignis hat viele in Deutschland gelebt, heute spricht Grupp von einem „großen Fehler“. Nachdem er den Selbstmordversuch selbst öffentlich gemacht hatte, sprach er sich deutlich für mehr Sichtbarkeit von Altersdepressionen aus, unter denen Grupp damals nach eigenen angaben gelitten hatte.

Heute gehe es ihm aber wieder gut. Das bekräftigte der Burladinger Unternehmer vor wenigen Wochen auch bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Genesung in Tübingen, wo er im Rahmen einer Gesprächsreihe im Neuen Kunstmuseum mit dem Linken-Politiker Gregor Gysi auf dem Podium saß. Auch damals, kurz vor der Landtagswahl, äußerte sich Grupp zum Thema Politik und machte keinen Hehl daraus, CDU-Wähler zu sein. Eine Ausnahme habe er nur bei Winfried Kretschmann gemacht – und wegen ihm in der Vergangenheit auch mal Grüne gewählt.

Grupp wird am Karsamstag 84 Jahre alt. Seinen Geburtstag, sagte er „Bild“, will er mit seinen Kindern feiern, die Trigema inzwischen führen. Seine Tochter Bonita ist vor kurzem zum ersten Mal Mutter geworden. Das bestätigte Trigema Anfang Februar. Über Details zum Kind – wie etwa dem Geschlecht – oder die Vaterschaft hält sich das Unternehmen mit dem Verweis auf das Privatleben der Familie zurück.