Ein Schild mit der Aufschrift: "Lehrerzimmer" hängt in einer Realschule. (zu dpa: «So viele Lehrer fehlen zu Beginn des Schuljahrs im Südwesten»)
Wenige Tage vor Beginn des neuen Schuljahrs in Baden-Württemberg sind nach Angaben des Kultusministeriums noch Hunderte Lehrerstellen nicht besetzt. Über alle Schularten hinweg seien noch 426 Stellen offen, sagte Kultusminister Andreas Jung (CDU) in Stuttgart. Man komme mit der Einstellung gut voran, habe dennoch aber eine angespannte Versorgung, so Jung. Probleme gebe es sowohl in einzelnen Regionen als auch im Bereich der Sonderpädagogik.
Besonders große Lücken verzeichnet das Ministerium bei Fachlehrern für musisch-technische Fächer (150 offene Stellen) und technischen Lehrern an beruflichen Schulen (161 offene Stellen). Mit Blick auf die Schularten ist die Lage recht unterschiedlich. Die meisten ausgebildeten Lehrkräfte fehlen demnach an den sonderpädagogischen Schulen. Dort sind 35 Stellen unbesetzt. An Gymnasien gibt es im ganzen Land dagegen nur vier offene Stellen.
2025 fehlten mehr als 1.000 Pädagogen
Im Vergleich zum vergangenen Jahr sind die Lücken an den Schulen zum Start allerdings deutlich kleiner. 2025 waren laut Kultusministerium kurz vor Schulstart noch 1.159 Stellen unbesetzt. 2024 hatte die Zahl der offenen Stellen zum Schulstart bei 250 gelegen, 2023 waren 565 Stellen vakant.
Der große Mangel im vergangenen Jahr war aber einem Ausnahmeeffekt geschuldet. Grund dafür war, dass kurz vor den Sommerferien bekannt wurde, dass 1.440 Lehrerstellen wegen eines Softwarefehlers wohl über Jahre unbemerkt unbesetzt blieben. Sie wurden dann zum neuen Schuljahr alle auf einen Schlag ausgeschrieben.