Das Thema Wohnen ist ein Schwerpunkt im Wahlkampfprogramm der SPD. Die Fraktion fordert mehr Einsatz für Mitarbeiterwohnungen.
Die SPD hält Wohnungen auf Firmengeländen für den richtigen Weg.
Von Annika Grah
Die Landtagsfraktion der SPD will sich für eine besser Förderung von Mitarbeiterwohnungen einsetzen. Das Land sollte den Bau von Wohnungen auf Firmengeländen erleichtern, heißt es in einem Positionspapier, das die Fraktion diese Woche bei ihrer Klausur in Heidenheim verabschieden will. Die von der SPD seit langem geforderte Landeswohnungsgesellschaft soll die Firmen dabei unterstützen. Darüber hinaus sollen sie dabei unterstützt werden, Genossenschaften zu gründen. Für seine eigenen Mitarbeiter solle das Land ebenfalls Mitarbeiterwohnungen bauen. Die Wohnungsnot belaste nicht nur Privathaushalte, sondern auch Unternehmen, sagte der Fraktionsvorsitzende Andreas Stoch.
Fast 200 000 Wohnungen fehlen
Das Pestel-Institut rechnete im Herbst vor, dass landesweit 192 000 Wohnungen fehlen. „Die Wohnungskrise betrifft längst nicht mehr nur die, die eine Wohnung oder ein Eigenheim suchen, sondern entwickelt sich zunehmend zu einem Hemmschuh für unsere Wirtschaft“, sagte der wohnungspolitische Sprecher der SPD, Jonas Hoffmann. „Wir wollen es den Unternehmen erleichtern, Wohnraum für ihre Mitarbeitenden zu schaffen.“
Das Land hatte 2020 die Grundlage geschaffen, um Wohnraum für Mitarbeiter zu fördern. Damit verbunden sind Auflagen wie niedrigere Mieten als marktüblich und Sonderkündigungsrechte für den Arbeitgeber. Seit der Einführung seien Anträge für 533 Wohnungen gestellt worden, heißt es aus dem Ministerium. Wohnen ist auch zentrales Thema der SPD im Wahlkampf. Am Wochenende stellten sie ihre Kampagne vor. Die SPD lag zuletzt in Umfragen bei zehn Prozent und hofft, in einer neuen Landesregierung Teil eines Dreierbündnisses zu werden.