Die Mitarbeiter der Diakonie- und Sozialstationen finden vor Ort oft Verhältnisse vor, bei denen deutlich wird, dass es finanziell hinten und vorne klemmt. Für solche Fälle sind die Fördertöpfe gedacht, die ihnen von uns zur Verfügung gestellt werden. Foto: Adobe Stock/Halfpoint
Backnang. Pünktlich am Tag vor dem ersten Advent erfolgt auch in diesem Jahr wieder der Startschuss für die Weihnachtsspendenaktion BKZ-Leser helfen. Die Spendenaktion der Backnanger Kreiszeitung – es ist inzwischen die 30. Auflage – möchte einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen in Not geholfen wird. Traditionell werden hier zum Auftakt der Hilfsaktion die wesentlichen Projekte, die in diesem Jahr gefördert werden sollen, kurz vorgestellt. Die ausführliche Präsentation der Förderschwerpunkte erfolgt in den kommenden Wochen bis Weihnachten, dann jeweils einzeln und in ausführlicher Form.
Helena Die erst dreijährige Helena aus Weissach im Tal musste auf ihrem bisherigen Lebensweg bereits 18 Operationen mit Vollnarkose über sich ergehen lassen. Das Mädchen ist nicht nur durch eine beidseitige Hüftdysplasie in ihrem Alltag stark eingeschränkt, sie leidet zusätzlich an Inkontinenz, da der Blasenhals keine funktionierende Muskulatur hat. Dieser Tage steht erneut eine große Operation an. Seit ihrer Geburt ist Helena auf Medikamente angewiesen, ihre Bewegungsfreiheit ist deutlich eingeschränkt und viele neue Fähigkeiten müssen Schritt für Schritt erlernt werden. Durch eine Magensonde bestehen Schluckbeschwerden. Zur OP-Vorbereitung nimmt Helena Medikamente ein, die die Blase vergrößern sollen. Ihre Eltern möchten Helena die bestmögliche Versorgung ermöglichen: für notwendige Therapien, medizinische Maßnahmen, Fahrt- und Aufenthaltskosten in der Spezialklinik Regensburg sowie wichtige Hilfsmittel für den Alltag benötigen sie Unterstützung.
Hospizstiftung Rems-Murr Im stationären Hospiz auf dem ehemaligen Backnanger Krankenhausareal ist zuletzt in der vierten Etage sowohl ein Tageshospizangebot für Kinder und Jugendliche als auch ein Tageshospiz für Erwachsene entstanden. Die beiden unterteilten Bereiche verfügen über große Aufenthaltsräume und rollstuhlgerechte Funktionsräume, zudem Ruheräume, in die sich die Gäste zurückziehen können. Von beiden Seiten gemeinsam genutzt werden die Dienstzimmer und ein Snoezelen-Wohlfühlraum. Im April konnte das Tageshospiz eingeweiht werden. Allerdings wird es laut Heinz Franke erst etwas zögerlich angenommen. Doch der geschäftsführende Vorstand der Hospizstiftung ist zuversichtlich, die Nachfrage steigt inzwischen. Bei den Kindertageshospizangeboten sind die Finanzierungshürden riesig. Von den Kostenträgern gibt es aufgrund der geltenden Rahmenrichtlinien für Kindertageshospize kein Geld. Trotzdem möchte Franke das Angebot aufrechterhalten. Franke zeigt sich entschieden: „Aufgegeben wird nicht. Wir fangen klein an und finanzieren uns vorerst ausschließlich aus Eigenmitteln und Spenden.“ Das Hospiz verfügt über pädagogische und pflegerische Fachkräfte. Franke bittet um Unterstützung in dieser schwierigen Anfangsphase.
Zukunftswerkstatt Rückenwind Das Projekt Sharecare liegt der Zukunftswerkstatt Rückenwind (ZWR) besonders am Herzen. Dabei soll mitten in der Backnanger Innenstadt ein Ort entstehen, an dem Familien in schwierigen Lebenssituationen unbürokratisch und herzlich Unterstützung finden. Das Angebot richtet sich an Eltern und Kinder, die durch Armut, Krankheit, Verlust, Abhängigkeit oder Behinderung belastet sind. Sharecare möchte Familien schnell entlasten, ihnen Mut machen und vermitteln: „Ihr seid nicht allein.“ Pro Jahr werden etwa 100 Kinder begleitet, sodass innerhalb von drei Jahren rund 300 Kinder aus Backnang und Umgebung profitieren können. Das Projekt umfasst drei zentrale Angebote: Solidaritätsgruppen, in denen sich Familien treffen, austauschen und gegenseitig stärken, offene Beratung, die ohne Hürden und bei Bedarf mit Sprachvermittlung zugänglich ist, sowie gemeinsame Freizeitangebote, die wertvolle Entlastung bieten, Beziehungen stärken und Gemeinschaft ermöglichen. Kosten entstehen unter anderem für die Anmietung geeigneter Räume, die Einrichtung einer Kinderecke, Materialien für kreative und alltagsnahe Aktivitäten sowie Aufwandsentschädigungen für Sprachvermittler und Fachkräfte. Ebenso werden Mittel für Ausflüge, Fahrten und Eintrittsgelder gebraucht, damit auch finanziell benachteiligte Familien teilnehmen können.
Pyramidea Das Herzstück der Arbeit des Vereins Pyramidea ist das Zentrum der Vielfalt in der Murrhardter Fußgängerzone. Die barrierefreie Anlaufstelle bietet Familien in belastenden Lebenssituationen Unterstützung, Orientierung und ein Gefühl von Gemeinschaft. Rund 80 Ehrenamtliche – viele selbst mit Fluchterfahrung – engagieren sich hier Seite an Seite mit Fachkräften. Da Pyramidea keinerlei strukturelle Förderung erhält, sind alle Projekte vollständig auf Spenden angewiesen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung geflüchteter Familien: natur- und freizeitpädagogische Angebote, Elternarbeit und psychologische Begleitung helfen, den Alltag zu bewältigen. Ebenso wichtig ist die Unterstützung traumatisierter Frauen mit Fluchthintergrund. Einzelberatungen sowie Gruppenangebote und sichere Räume ermöglichen es, Erlebtes zu verarbeiten und neue Stabilität aufzubauen. Aktuell steht Pyramidea vor einer entscheidenden Herausforderung: Viele Teilnehmende haben kein Auto, und der öffentliche Nahverkehr reicht in den ländlichen Regionen rund um Murrhardt nicht aus. Deshalb benötigt der Verein dringend ein gebrauchtes Neunsitzerfahrzeug. Nur so können Ausflüge, Naturprojekte, Kinderangebote oder Hausbesuche zuverlässig stattfinden – besonders für Familien mit geringem Einkommen oder Mobilitätseinschränkungen.
Erlacher Höhe Die therapeutische Wohngemeinschaft in der Backnanger Eichendorffstraße kann im Frühling bezogen werden. In einem zweiten Schritt wird ab Frühjahr 2026 das bestehende Gebäude modernisiert. Nach Abschluss aller Bauarbeiten werden dort rund 30 Menschen leben, viele davon mit sehr geringen finanziellen Möglichkeiten. Um den Bewohnern eine nachhaltige, kostengünstige und alltagstaugliche Lösung zu bieten, plant die Einrichtung einen gemeinschaftlichen Waschsalon im Neubau. Dieser soll mit drei bis vier hochwertigen Waschmaschinen sowie zwei Trocknern ausgestattet werden. So müssen die Bewohner keine eigenen Geräte anschaffen, was gerade Menschen mit niedrigem Einkommen erheblich entlastet.
DRK Backnang Der Backnanger Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes übernimmt Sanitätsdienste und ist bei Großschadenslagen und bei Katastropheneinsätzen im regionalen und überregionalen Bereich im Einsatz. Um diese Aufgaben zuverlässig bewältigen zu können, benötigen die DRK-Helfer ein multifunktionales Transportfahrzeug. Darüber hinaus soll das Auto für Aktivitäten beim Jugendrotkreuz und bei der sozialen Arbeit eingesetzt werden, etwa bei Ausbildungsfahrten oder Seniorenausflügen.
Sieben Spendentöpfe Ein großer Teil der Spenden fließt auch in Fördertöpfe verschiedener Institutionen, die damit auf schnellem und unbürokratischem Weg Menschen in Not helfen. Über solche Hilfsmöglichkeiten dürfen sich freuen: die Diakoniestationen Backnang und Aspach sowie das Kreisjugendamt, das Amt für Familie, Jugend und Bildung Backnang, der Verein Kinder- und Jugendhilfe Backnang, der Kreisdiakonieverband und die Stiftung Lebenswert der Erlacher Höhe. Sie alle haben enge Kontakte zu jenen Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. In vielen Gesprächen bestätigen die Empfänger, wie sinnvoll es ist, solche Möglichkeiten zu haben. Die einhellige Meinung lautet: „Das hat sich bewährt.“
Auch werden mit kleineren Beträgen Initiativen berücksichtigt, die sich beispielsweise in Backnang oder Weissach im Tal um Geflüchtete kümmern. Einen kleinen finanziellen Zuschuss möchte BKZ-Leser helfen auch den Demenzbotschafterinnen Petra Klinger und Andrea Schad gewähren, die für Demenzkranke die Natur erlebbar machen. Des Weiteren gibt es eine kleine Förderung für ein Musikprojekt der Altenheimseelsorge Backnang mit dem Titel „Auf den Flügeln der Musik“, das Pfarrerin Bettina Hoy zusammen mit dem Kammerorchester Arcata Stuttgart umsetzen möchte.
Neues aus dem Verein: Beim gemeinnützigen Backnanger Verein BKZ-Leser helfen hat es einen Wechsel im Vorstand gegeben. In der jüngsten Mitgliederversammlung wurde BKZ-Geschäftsführer Peter Janus einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er löst damit Verleger Werner Stroh ab, der den Verein 1996 aus der Taufe gehoben hat, nun aber aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder zur Wahl stand.
Online Spender können ihren Beitrag für die Aktion BKZ-Leser helfen auch online auf der BKZ-Homepage leisten, entweder über Paypal oder mit ihrer Kreditkarte. Der Link dazu lautet www.bkz.de/aktionen/bkz-leser-helfen. Allerdings ist dabei zu bedenken, dass der Zahlungsdienstleister von jeder Zahlung 1,5 Prozent der gespendeten Summe sowie 35 Cent pro Abbuchung als Verwaltungsgebühr einbehält.
Überweisung Wer diese Bezahlvariante nicht möchte, kann wie bisher seine Spende auf eines der Spendenkonten bei der Kreissparkasse Waiblingen oder der Volksbank Backnang überweisen. In diesen Fällen verhält es sich wie bisher, dass kein Cent an Verwaltungsgebühren von der Gabe abgezogen wird, so wie auch für die Abrechnung, Verteilung oder die zahlreichen redaktionellen Beiträge bei der Backnanger Kreiszeitung kein Euro verrechnet wird. Unserer heutigen Ausgabe liegt ein Überweisungsträger bei, wir bitten um Beachtung.