Fast 300 Taten insgesamt

Sprunghafter Anstieg bei politisch motivierten Gewaltdelikten im Land

Die Anzahl der politisch motivierten Gewaltdelikte hat in Baden-Württemberg stark zugenommen. Der Innenminister berichtet von einem Anstieg um 41,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Sprunghafter Anstieg bei politisch motivierten Gewaltdelikten im Land

Thomas Strobl (CDU), Innenminister von Baden-Württemberg, im Landtag. (Archivbild)

Von red/AFP

In Baden-Württemberg ist die Zahl der politisch motivierten Gewaltdelikte im vergangenen Jahr sprunghaft gestiegen. Insgesamt gab es 298 solcher Taten, ein Plus von 41,2 Prozent gegenüber dem Jahr davor, wie Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) am Dienstag in Stuttgart mitteilte. In nahezu allen Phänomenbereichen gab es demnach einen Zuwachs - Strobl wertete dies als Beleg für ein allgemein rauer werdendes gesellschaftliches Klima.

Die Zahl der politisch motivierten Straftaten insgesamt erhöhte sich der Statistik zufolge im Jahr 2025 um 4,2 Prozent auf 6801 Delikte. Bei den Gewalttaten machten mit 104 Fällen dem Rechtsextremismus zuzurechnende Taten den größten Anteil aus. Laut Statistik gab es einen Zuwachs um 48 Fälle oder 85,7 Prozent auf 104 Fälle. Überwiegend handelte es sich um Körperverletzungen im Kontext der Hasskriminalität. Ausländerfeindliche oder rassistische Motive prägten laut Strobl das Bild.

Die Zahl der Gewaltdelikte, die Linksextremen zugerechnet wurden, erhöhte sich ebenfalls deutlich um 31 Prozent auf 55 Fälle. Der Anstieg sei auf einzelne Demonstrationen zurückzuführen, bei denen Polizisten und politische Gegner angegriffen wurden. Ebenfalls überwiegend auf einzelne Versammlungen sei das Plus bei Gewaltdelikten im Bereich der sogenannten ausländischen Ideologie zurückzuführen - hier gab es einen Anstieg um 23 Fälle oder 92 Prozent auf 48 Fälle.

Die Fallzahlen von Hasskriminalität, also von Straftaten, die durch gruppenbezogene Vorurteile motiviert waren, nahmen im Jahr 2025 weiterhin leicht zu und stiegen von 1654 auf 1717. Rechtsmotivierte Straftaten machten hierbei wie bereits in den Vorjahren mehr als die Hälfte aller erfassten Fälle aus. Antisemitische, ausländerfeindliche und rassistische Tatmotive bildeten dabei den Schwerpunkt. Die Zahl der Gewaltdelikte verdoppelte sich dabei nahezu von 78 auf 134 Straftaten.