Stadtwerke warnen vor Haustürgeschäften

In den vergangenen Tagen haben in Backnang an vielen Türen Vertreter geklingelt, die Verträge für Strom- und Gastarife verkaufen wollen. Manche haben sich dabei offenbar als Mitarbeiter der Stadtwerke ausgegeben. Doch die haben damit nichts zu tun.

Stadtwerke warnen vor Haustürgeschäften

Wenn Vertreter unangekündigt an der Haustür klingeln, ist Vorsicht geboten. Die Polizei warnt vor überstürzten Vertragsabschlüssen. Symbolfoto: Adobe Stock/Andrey Popov

Backnang. Bei den Stadtwerken Backnang sind in diesen Tagen viele Anrufe eingegangen. Kunden berichteten von Vertretern, die an der Haustür geklingelt hätten, um ihnen einen neuen Strom- oder Gastarif anzubieten. Dabei erweckten sie offenbar den Eindruck, Mitarbeiter der Stadtwerke zu sein. In einigen Fällen hätten die Vertreter wohl auch gefälschte Mitarbeiterausweise gezeigt, berichtet Stadtwerkegeschäftsführer Thomas Steffen: „Einer soll sogar eine Jacke mit unserem Logo angehabt haben.“ Verträge verkauften die dubiosen Vertreter in einigen Fällen dann auch tatsächlich – allerdings nicht für die Stadtwerke, sondern für einen ganz anderen Energieversorger. Das führte zu Nachfragen und Verwirrung. „Die Leute sind verunsichert“, berichtet Steffen.

Deshalb ist dem Geschäftsführer wichtig, zu betonen, dass sein Unternehmen grundsätzlich keine Strom- oder Gaskunden an der Haustür wirbt. Auch Monteure oder Servicemitarbeiter klingelten nie unangekündigt. Steffen vermutet, dass die windigen Geschäftsleute sich das Vertrauen der Menschen erschleichen wollen, indem sie sich auf die Stadtwerke berufen.

Der Geschäftsführer hat bereits Anzeige bei der Polizei erstattet. Der Nachweis einer Straftat sei in solchen Fällen allerdings schwierig, berichtet Robert Silbe vom Polizeipräsidium Aalen. Falls die Verdächtigen überhaupt zu ermitteln sind, müsste man diesen auch noch die Falschaussagen beweisen, was bei mündlichen Absprachen kaum möglich ist. Die gute Nachricht für die Betroffenen ist aber, dass sie auch hinterher noch reagieren können, wenn ihnen Zweifel kommen. „Bei allen Haustürgeschäften besteht ein Widerrufsrecht von
14 Tagen“, erklärt Thomas Steffen. Wer dieses nutzen wolle und dabei Unterstützung brauche, dürfe sich gerne an das Team der Stadtwerke wenden. kf

Das rät die Polizei

Nehmen Sie sich Zeit und machen Sie keine Spontankäufe.

Bezahlen Sie nichts in bar oder per
Vorkasse.

Lassen Sie unaufgefordert kommende Vertreter nur in Ihre Wohnung, wenn Sie sich absolut sicher sind, dass es sich um eine seriöse Geschäftsperson handelt.

Unterschreiben Sie nichts unter Zeitdruck, lassen Sie sich nicht verwirren oder unter Druck setzen.

Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht ganz genau verstanden haben. Unterschriften sind nie „reine Formsache“.

Bitten Sie Nachbarn oder Bekannte als Zeugen dazu.

Fordern Sie eine Vertragsdurchschrift, auf der Name und Anschrift des Vertragspartners sowie das Datum des Vertragsabschlusses deutlich lesbar sind.