Start frei für das dritte Ambulante OP-Zentrum

Auch im Winnender Gesundheitszentrum operieren jetzt Klinikteams von Allgemeinchirurgie bis Urologie.

Start frei für das dritte Ambulante OP-Zentrum

Chefärzte des Rems-Murr-Klinikums operieren jetzt auch im neuen Ambulanten OP-Zentrum Winnenden. Foto: RMK/Fuchs

Winnenden. Allgemeinchirurgie, Gefäßchirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Urologie: Von Kopf bis Fuß reicht die Klaviatur, auf der die Operateure im neuen Ambulanten OP-Zentrum (AOP-Zentrum) Winnenden spielen können. Es ist – nach Backnang und Schorndorf – nun das dritte AOP-Zentrum der Rems-Murr-Kliniken und des Landkreises, das im Gesundheitszentrum (Geze) eingerichtet wurde. Das teilen die Rems-Murr-Kliniken mit.

Geze Winnenden, erster Stock. Ein paar Schritte links von den Aufzügen öffnen sich die Türen zum AOP-Zentrum mit Empfang, modern ausgestattetem OP-Bereich mit Endoskopieturm, Klimatisierung und Belüftung sowie separatem Liegebereich für die lückenlose Überwachung der Vitalparameter. Hier schlafen die frisch Operierten ihre kurze Narkose aus und können nach spätestens zwei Stunden und Schluss-Check wieder nach Hause. So sieht für die Rems-Murr-Kliniken und den Landkreis die Zukunft der ambulanter werdenden Medizin aus. „Unser Ziel ist eine spitzenmäßige ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung der Menschen, die für Kliniken und Kreis auch nachhaltig leistbar bleiben muss. Darauf haben wir uns mit unserer Medizinkonzeption gut vorbereitet und diese ganz bewusst auch im Hinblick auf die verstärkte Ambulantisierung bestimmter Leistungen weiterentwickelt“, sagt Landrat Richard Sigel, Aufsichtsratsvorsitzender der Rems-Murr-Kliniken. „Für die Ambulantisierung passen wir Angebote und Strukturen an und sind in der erfreulichen Lage, dass wir dazu auch unsere Gesundheitszentren Backnang, Schorndorf und Winnenden nutzen können. Dort konnten wir seit Sommer 2025 sehr schnell und mit überschaubaren Investitionen hochmoderne ambulante Einrichtungen schaffen, die das stationäre Klinikangebot und unsere fachärztlichen Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) sinnvoll ergänzen“, so der Landrat weiter.

Im Backnanger Gesundheitszentrum hatten Kliniken und Kreis in ihrem MVZ für Orthopädie und Chirurgie den ambulanten Operationssaal für rund eine halbe Million Euro modernisiert. Neben Franco Tarantini, dem ärztlichen MVZ-Leiter, stehen dort auch Orthopäden aus dem Rems-Murr-Klinikum Winnenden am AOP-Tisch, etwa Sektionsleiter Sebastian Frank als Spezialist für Handchirurgie. Im Februar 2026 eröffnete im Gesundheitszentrum Schorndorf ein 340 Quadratmeter großes Ambulantes OP-Zentrum.

Weil alle nunmehr drei Ambulanten OP-Zentren ein wichtiger Baustein zur langfristigen Sicherung der Gesundheitsversorgung im Kreis sind, stehen auch die Rems-Murr-Kliniken voll hinter diesem Konzept, das sie mit ihrem Personal und mit ihrer medizinischen Expertise in die Praxis umsetzen. Klinikgeschäftsführer André Mertel sieht im ambulanten Operieren an drei Standorten ebenfalls den Nutzen für alle Seiten. „Alle profitieren von diesem Konzept: Unsere Patientinnen und Patienten können wir damit dezentral und wohnortnah versorgen. Wir operieren sie schonend, sicher und mit kurzen Warte- und Liegezeiten“, sagt Mertel. „Das neue Ambulante OP-Zentrum direkt beim Klinikum Winnenden komplettiert und garantiert die optimale Verzahnung unserer ambulanten und stationären Angebote. Denn für den Fall der Fälle ist die klinische Versorgung direkt in der Nachbarschaft.“

Dass die Ambulanten OP-Zentren außerdem die stationären OP-Bereiche in den beiden Kliniken entlasten, ist mit Blick auf die gesicherte zukünftige Versorgung ein weiterer großer Vorteil für Geschäftsführung und Träger: „Ambulant operieren wir bei bestimmten Eingriffen wirtschaftlicher als im voll ausgelasteten stationären Klinik-OP und erweitern noch dazu unsere OP-Kapazitäten insgesamt. Das zahlt auf den Konsolidierungskurs der Kliniken ein und entlastet den Kreishaushalt.“

Entlastung durch Erweiterung der Kapazitäten ist auch das Stichwort für Christophe Müller, Chefarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Winnenden. Stellvertretend für seine Kolleginnen und Kollegen, die mittlerweile bei bestimmten Erkrankungen flexibel im ambulanten oder stationären Umfeld operieren, schildert er aus ärztlicher Sicht: „Patientinnen und Patienten können wir immer dann ambulant operieren, wenn sie nach dem Eingriff rasch wieder fit sind und direkt nach Hause in ihr gewohntes Umfeld können.“ pm