Stuttgart-Sign: Suche nach optimalen Standorten

Der umstrittene beleuchtete Schriftzug soll als Selfie- und Fotomotiv auf dem Marktplatz stehen, so die Idee.

Stuttgart-Sign: Suche nach optimalen Standorten

So könnte das Stuttgart-Sign vor dem Rathaus platziert werden.

Von Lisa Welzhofer

Stuttgart - Ob beim Dehoga-Neujahrs-empfang, im Interview mit dem Personalratsvorsitzenden der Stadt oder in den Zuschriften unserer Leserinnen und Leser – das geplante Stuttgart-Sign wird in der Stadt kontrovers diskutiert. Meist sind es kritische Stimmen, die sich fragen, ob Stuttgart angesichts der angespannten Haushaltslage und umfassender Kürzungen bei kulturellen und sozialen Angeboten einen großen beleuchteten Schriftzug für den Marktplatz braucht. Und zwar für veranschlagte 470 000 Euro. Eine Online-Petition gegen das Sign haben mittlerweile knapp 16 000 Menschen unterschrieben.

Eine knappe Mehrheit im Gemeinderat hatte das Stadt-Signet, eine Idee der CDU-Fraktion, bei der Verabschiedung des Doppelhaushalts 2026/27 Mitte Dezember durchgewunken. Zugestimmt hatten die Haushaltskoalition (CDU, Grüne), Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) und Stadträte der Freien Wähler. 30 Ja-Stimmen, 27 Gegenstimmen und drei Enthaltungen hieß das am Ende. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexander Kotz verteidigt die Entscheidung gegenüber unserer Zeitung als Teil der Wirtschaftsförderung. Bilder des Selfie- und Fotomotivs, das mittels LED-Leuchten verschiedenste Motive abbilden können soll, würden sich über die sozialen Medien verbreiten – und so bestenfalls mehr Touristen in die Stadt locken.

Dabei stellt sich vielen, die darüber diskutieren, die Frage, wie und wo genau die neun Buchstaben platziert werden sollen. Die CDU hat dafür den Marktplatz vorgeschlagen, vor dem linken Flügel des Rathauses, auf dem Absatz zwischen zwei Straßenleuchten. Mit dem neuen Haus des Tourismus direkt daneben, hält Kotz das für „einen optimalen Standort in der City“. Später könnte das etwa mannshohe Sign zum neuen Hauptbahnhof umziehen, wenn der dereinst eröffnet wird.

Der genaue Standort muss allerdings jetzt erst einmal – ebenso wie die Ausgestaltung des Signs – erarbeitet und geprüft werden. Dazu hat der Gemeinderat im Dezember noch nichts beschlossen. Kotz sagt dazu:„Uns haben schon einige gute Ideen zum Thema möglicher Standorte und Ausführungsvarianten aus der Bürgerschaft und von Fachleuten erreicht.“ Er gehe davon aus, dass sich die Stadtverwaltung oder die Stuttgart Marketing GmbH zu dem Projekt im Laufe des zweiten Halbjahres 2026 Gedanken machen werden. Ohnehin muss der Doppelhaushalt nun erst einmal vom Regierungspräsidium genehmigt werden. Außerdem soll das Sign zum neuen Corporate Design der Stadt passen, das im Laufe des Jahres entwickelt wird.

Aber egal wie, Milos Vujicic, der Betreiber des Stuttgarter Ratskellers, dessen Außenfläche ebenfalls im von der CDU vorgeschlagenen Bereich liegt, freut sich auf das Sign. „Alles, was dazu beiträgt, dass mehr Menschen den Marktplatz besuchen, ist gut“, sagt Vujicic.

Der Platz vor dem Rathaus sei ein „hidden champion“, der nur während des Weindorfs und des Weihnachtsmarktes sein Potenzial als Besuchermagnet richtig ausschöpfe. Natürlich müsse noch darüber gesprochen werden, ob das Sign am Ende direkt vor seinen Tischen stehen müsste. Aber der Gastronom findet: „Stuttgart ist eine wunderbare Stadt und darf das auch zeigen.“