Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten diese Woche

dpa Berlin. Der Gesundheitsminister bleibt bei seinem Plan, noch in dieser Woche die Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten einzuführen. Ergebnisse der freiwilligen Tests an Flughäfen in Nordrhein-Westfalen geben derweil Grund zur Sorge.

Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten diese Woche

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) besucht die Virologie der Universitätsklinik des Saarlandes. Foto: Oliver Dietze/dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat bekräftigt, dass eine Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Lauf dieser Woche in Kraft treten soll. Einen genauen Termin nannte er am Montag im ARD-„Morgenmagazin“ aber noch nicht.

„Wir haben erste Entwürfe“, sagte der CDU-Politiker. „Wir wollen das gut abstimmen auch mit den Ländern, da das ja auch vor Ort dann an den Flughäfen zum Beispiel oder an den Bahnhöfen gelebt werden können muss. Und deswegen finde ich es wichtig, es gut zu machen.“

In Nordrhein-Westfalen geben die Ergebnisse von freiwilligen Tests derzeit Anlass zur Sorge. Bei Corona-Tests von Reiserückkehrern aus Risikogebieten an den nordrhein-westfälischen Flughäfen werden rund 2,5 Prozent der Urlauber corona-positiv getestet. Das sei eine „relativ hohe Trefferquote“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Montag im Deutschlandfunk. 40 bis 50 Prozent der Rückkehrer machten demnach von dem kostenlosen Angebot Gebrauch.

In NRW hatten kostenlose Testangebote für Reisende aus Risikoländern an den Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und Münster/Osnabrück vor gut einer Woche begonnen. An den vier Flughäfen landeten vergangene Woche etwa 160 Flugzeuge mit 15.000 Reisenden aus Gebieten, die derzeit vom RobertKoch-Institut (RKI) als Risikogebiet ausgewiesen sind - etwa die Türkei, Ägypten, Marokko und Israel.

An den beiden Berliner Flughäfen wurden seit vergangener Woche rund 2300 Reiserückkehrer aus Risikogebieten auf Covid-19 getestet. Die Ergebnisse sind etwas weniger alarmierend als in NRW: „Knapp ein Prozent der getesteten Personen waren positiv“, teilte Ulrich Frei, Vorstand Krankenversorgung der Charité, am Montag auf Anfrage mit. Die Charité führt die Tests an den beiden Standorten durch. Der Flughafen geht davon aus, dass täglich im Schnitt rund 2000 Menschen aus Gebieten nach Berlin reisen, die das Robert Koch-Institut als Risikogebiete einstuft.

Auch an vielen anderen Flughäfen in Deutschland werden inzwischen Corona-Tests durchgeführt. Am Montag nahmen etwa Testzentren an den Airports in Leipzig/Halle und Dresden offiziell den Betrieb auf. Zudem startete in Berlin eine weitere Teststelle am Zentralen Omnibusbahnhof. Auch am Berliner Hauptbahnhof sind Tests geplant.

Spahn betonte, dass bislang für alle Einreisenden aus Risikogebieten die Pflicht zu zwei Wochen Quarantäne gelte. Seit Samstag können alle Einreisenden innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland auch ohne Krankheitsanzeichen kostenlos testen lassen können.

Auf die Frage, warum solche Testmöglichkeiten für Reiserückkehrer nicht schon früher geschaffen wurden, verwies Spahn darauf, dass man erst einmal Testkapazitäten habe aufbauen müssen. „Wir haben jetzt 1,2 Millionen Tests, die wir pro Woche schaffen können. Es wird im Moment etwa die Hälfte abgerufen.“ Er rechnet mit einer Zunahme der Tests, neben Reiserückkehrern auch etwa von Lehrern und Erziehern: „Wir werden sehen - da bin ich sehr sicher - in den nächsten Wochen, dass deutlich mehr getestet werden wird.“

Spahn warb zudem für eine einheitliche europäische Regelung für Einreisen von außerhalb der EU. Wer als Nicht-EU-Bürger aus einem Drittstaat in die EU einreisen wolle, sollte bereits vor der Abreise einen Test machen und bei der Einreise dann ein wenige Stunden altes negatives Testergebnis vorweisen müssen. „So verringern wir das Risiko, dass das Virus mit einreist.“

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