Umfrage zur Fahrzeugnutzung

Trotz Homeoffice und hoher Kosten – das eigene Auto bleibt typisch deutsch

Auch wenn sich der Alltag stark verändert hat: Laut einer aktuellen Umfrage spielt das Auto als verlässliche Konstante hierzulande weiter eine enorme Rolle.

Trotz  Homeoffice und hoher Kosten – das eigene Auto bleibt typisch deutsch

Obwohl Parkplätze rarer werden (hier in Stuttgart-West), wollen die Wenigsten aufs eigene Auto verzichten.

Von Peter Stolterfoht

Deutschland bleibt das Land der Autofahrer und Autofahrerinnen. Daran dürfte sich auch so schnell nichts ändern. Diese Prognose legt jedenfalls eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Norstat nahe, die im Auftrag des Gebrauchtwagenportals Autohero in Auftrag gegeben worden war.

Für die große Mehrheit der regelmäßig ein Auto Nutzenden bleibt der tägliche, uneingeschränkte Zugang zum Fahrzeug von größter Bedeutung: 89 Prozent der Befragten stufen diesen als wichtig oder sehr wichtig ein.

Neue Möglichkeiten wie Homeoffice ändern daran wenig. Für mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) ist hybrides Arbeiten nämlich keine Option, da ihr Beruf vor Ort ausgeübt werden muss, wie etwa im Handwerk, in der Pflege, der Industrie oder im Dienstleistungsbereich. In diesen Berufsgruppen wird das Auto in der Mehrheit weiter als unverzichtbar betrachtet. Das führt dazu, dass 67 Prozent der Umfrageteilnehmer „eher nicht“ oder „auf keinen Fall“ auf das eigene Auto verzichten wollen.

Eigene Autos statt Carsharing: Wunsch nach Verfügbarkeit dominiert

Obwohl steigende Kraftstoffpreise (68 Prozent) und laufende Kosten wie Versicherungen und Reparaturen (33 Prozent) von vielen als große Belastung empfunden werden, bleibt das Auto für die meisten Deutschen unverzichtbar. Obwohl Parkplatzsuche (48 Prozent), Baustellen oder Straßenarbeiten (39 Prozent) häufig als Hindernisse für die persönliche Mobilität angesehen.

Trotz vieler Alternativen setzen Autofahrerinnen und Autofahrer vor allem auf private Fahrzeuge: 85 Prozent fahren hauptsächlich ein eigenes Auto, weitere acht Prozent nutzen überwiegend den Pkw des Partner oder von Familienmitgliedern. Flexible Sharing-Angebote dagegen finden geringen Zuspruch. Im vergangenen Jahr hatten 90 Prozent der Befragten keinerlei Kontakt mit einem solchen Angebot.

Wunsch nach Kontrolle bei der Mobilität

Zwar gehen viele Deutsche im Alltag auch zu Fuß (76 Prozent), fahren Fahrrad (40 Prozent) oder nutzen den Öffentlichen Nahverkehr (37 Prozent), doch die ständige Verfügbarkeit des eigenen Autos bleibt für die überwiegende Mehrheit entscheidend. Die Ergebnisse zeigen dabei deutlich: In unsicheren Zeiten wünschen sich die Menschen Kontrolle über ihre Mobilität und vertrauen lieber auf den eigenen Wagen.

Für die Umfrage machten 1000 Personen über 18 Jahren Angaben. Befragt wurden Personen, die wenigstens gelegentlich mit dem Auto unterwegs sind.