Käfigkampf vor dem Weißen Haus

Trump feiert 80. Geburtstag martialisch mit Mixed Martial Arts Spektakel

Als Donald Trump 79 Jahre alt wurde, blickte er in Washington grinsend auf eine Militärparade. Ein Jahr später gibt es dort das nächste Spektakel: einen Mixed Martial Arts Fight. Was geplant ist und was für Kritik es daran gibt.

Trump feiert 80. Geburtstag martialisch mit Mixed Martial Arts Spektakel

US-Präsident Donald Trump posiert am 7. Mai 2026 im Oval Office im Weißen Haus sichtlich zufrieden mit MMA-Kämpfern.

Von Markus Brauer/dpa

US-Präsident Donald Trump wird am heutigen 14. Juni 80 Jahre alt und will an seinem Geburtstag ein umstrittenes Kampfsportspektakel direkt vor dem Weißen Haus verfolgen.

In einer Arena auf dem Südrasen seines Amtssitzes sollen ab 20Uhr Ortszeit (2.00 Uhr MESZ am Montag) martialische Käfigkämpfe der Profiliga Ultimate Fighting Championship (UFC) ausgetragen werden. Kritiker versuchten das Event mit einer Klage zu verhindern, hatten damit aber keinen Erfolg.

Donald Trump liebt es martialisch

Schon im Jahr zuvor, an Trumps 79. Geburtstag, hatte in der Hauptstadt eine Großveranstaltung stattgefunden, die auf reichlich Kritik stieß: Vor den Augen des Präsidenten wurde eine Militärparade zelebriert – mit schweren Panzern, Fallschirmspringern und Helikoptern.

Offizieller Anlass war damals ein Festakt zum 250. Gründungsjubiläum des US-Heeres. Für viele im Land wirkte die Inszenierung jedoch eher wie ein persönliches Geschenk für den Präsidenten. Ein Eindruck, der nun erneut aufkommt.

Auch beim Kampfspektakel in diesem Jahr ist der offizielle Anlass nicht Trumps Geburtstag. Stattdessen werden als Begründung die Feierlichkeiten rund um den 250. Unabhängigkeitstag der USA angeführt. Der ist allerdings auf den 4. Juli datiert.

Was es mit den Käfigkämpfen auf sich hat

Ausgerichtet werden die martialischen Kämpfe von der UFC, einer Kampfsportliga für Mixed Martial Arts (MMA). Anders als etwa beim Wrestling – von dem Trump auch ein Fan ist – sind die Kämpfe nicht gestellt. Ganz im Gegenteil: Nicht selten wird Blut vergossen, Knochen brechen oder Kombattanten werden von ihren Gegnern bewusstlos geprügelt. Gegenseitige Provokationen und Demütigungen der Kämpfer im Ring und auf Pressekonferenzen sind üblich.

In Deutschland galten die Events zu Beginn des Jahrtausends noch als Schmuddelsport, es gab sogar ein TV-Verbot für die Kämpfe. Inzwischen ist MMA aber massentauglicher geworden.

Der Kampfsport ist in den USA populär, vor allem unter Männern. Auch Trump saß schon mehrfach als Zuschauer im Publikum. Er gilt als Fan des Kampfsports und als Freund von UFC-Boss Dana White, der ihn im Wahlkampf unterstützte.

Was sind Mixed Martial Arts?

Mixed Martial Arts – gemischte Kampfkünste – sind ein Vollkontakt-Kampfsport, bei dem Techniken aus Kampfsportarten wie Judo, Ringen, Grappling, Boxen, Jiu-Jitsu, Kickboxen, Muay Thai, Taekwondo und Karate eingesetzt werden. Gekämpft wird mit dem ganzen Körper im Stand und am Boden.

Wie gefährlich ist dieser Kampfsport?

Bei der Kombination aus Schlägen, Tritten, Knie- und Ellbogenstößen gibt es kaum Regelbeschränkungen. Die Kämpfer, die in unterschiedliche Gewichtsklassen eingeteilt sind, befinden sich in einem achteckigen Maschendrahtkäfig, dem Oktagon.

Ein Sieg kann durch Aufgabe, K. o., Abbruch des Schiedsrichters oder Punkte errungen werden. Da der Gegner auch am Boden attackiert werden darf, steht der als „Käfigkampf“ betitelte Sport in der öffentlichen Kritik. Die Kämpfer tragen Bandagen und Handschuhe sowie Mund- und Tiefschutz.

Wie beliebt sind Mixed Martial Arts in den USA?

In den USA sind Mixed Martial Arts längst beliebter als Boxen, weil die Zuschauer die Sportart wegen der verschiedenen Kampfstile und der wenigen Beschränkungen spektakulärer finden. Mehr als 100 Millionen Zuschauer weltweit verfolgen mittlerweile die erstmals 1993 stattfindenden Kämpfe der UFC, der bekanntesten MMA-Organisation in den USA.

Wie populär ist MMA in Deutschland?

Die Sportart wird auch in vielen Ländern Europas immer beliebter und lockt in Deutschland zum Teil Zehntausende Zuschauer in die Hallen.

Wie ist die MMA-Szene in Deutschland organisiert?

Amateur- und Fachverbände: Die German Mixed Martial Arts Federation (GEMMAF) ist der größte deutsche MMA-Verband und der offizielle nationale Vertreter des Weltverbands IMMAF. Ein weiterer Verband ist der Deutsche MMA Verband (DMMAV).

Professionelle Ligen: Der Profisport wird von kommerziellen Veranstaltern organisiert. Bekannte Events sind die Elite MMA Championship (EMC) oder „We love MMA“.

Wo kann man Mixed Martial Arts in Deutschland trainieren?

In der Vollkontakt-Sparte trainiert man nicht wie im Fußball oder in der Leichtathletik in Vereinen, sondern in sogenannten Gyms. Das sind Trainingsräume für Kampfsport, was im traditionellen japanischen Kampfsport dem Dojo entspricht. Gyms werden als gewerbliche Einrichtungen von Kampfsport-Trainern geleitet, die meist mehrere Kampfsportarten anbieten.

Das Training unterscheidet sich deutlich von den Wettkämpfen. Man steigt sachte ein, erarbeitet sich nach und nach Hebel-, Würge- und Schlagtechniken. Richtig zur Sache geht es nur in Wettkämpfen.