Tübinger OB

„Halt die Fresse“ – Boris Palmer berichtet von Auseinandersetzung in Zug

Ein Jugendlicher sitzt laut Palmer ohne Berechtigung in der ersten Klasse. Der Tübinger OB spricht ihn darauf an, zeigt ihm seinen Dienstausweis. Dann kommt es zum Streit mit mehreren Fahrgästen.

„Halt die Fresse“ – Boris Palmer berichtet von Auseinandersetzung in Zug

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer

Von red/dpa

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer ist nach eigenen Angaben in einem Zug mit mehreren Menschen aneinandergeraten. Diese Auseinandersetzung sei exemplarisch in der Gesellschaft: „Immer wieder ist zu beobachten, dass sich Fahrgäste oder Passanten in Konfliktsituationen solidarisch zeigen – allerdings nicht mit Vollzugsbediensteten, sondern mit den Personen, mit denen diese gerade in Auseinandersetzung stehen“, schreibt Palmer in einem Post auf Facebook.

Mit Deutschlandticket in der ersten Klasse

Ausgangspunkt des Streits war laut Schilderungen von Palmer ein Jugendlicher, der sich trotz fehlender Berechtigung bewusst in die erste Klasse des Zuges im Stadtgebiet gesetzt hatte. Als Palmer ihn darauf hinwies, dass ein Deutschlandticket nicht für die erste Klasse gilt, habe der Jugendliche mit der Beleidigung „Halt die Fresse“ reagiert. Palmer gab sich dann laut seiner Schilderung per Dienstausweis als Leiter einer Ortspolizeibehörde zu erkennen und wies auf die rechtlichen Folgen hin. Mehrere Fahrgäste sollen sich eingemischt haben – allerdings nicht unterstützend, sondern kritisch gegenüber Palmers Vorgehen.

Fahrgäste werfen Palmer Grenzüberschreitungen vor

Ein Fahrgast soll demnach begonnen haben, die Situation zu filmen, andere warfen Palmer Grenzüberschreitungen vor. Eine weitere Mitreisende, die sich später als Lehrerin zu erkennen gab, stellte laut Palmer die Relevanz des Regelverstoßes grundsätzlich infrage und bewertete das Einschreiten als unangemessen. Sie habe den Hinweis ignoriert, dass es sich um eine Ordnungswidrigkeit gehandelt habe.

Dies habe ihn nachdenklich gemacht. Es stelle sich die Frage, welches Verständnis von Ordnung, Verantwortung und Rechtsstaatlichkeit durch so eine Person weitergegeben werde.