Luxus-Kreuzfahrtschiffe sitzen weiter im Persischen Golf fest. TUI Cruises streicht zahlreiche Mittelmeer-Routen – tausende Urlauber müssen ihre Reisepläne aufgeben.
Die „Mein Schiff“ 5 ist im Hafen von Doha (Katar) blockiert.
Von Michael Maier
Der seit Ende Februar anhaltende Konflikt im Nahen Osten hat nun auch immer mehr Auswirkungen auf den Tourismus im Mittelmeer. TUI Cruises musste weitere beliebte Kreuzfahrten absagen, nachdem zwei Schiffe - „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ - im Persischen Golf festsitzen und aufgrund der Sperrung der Straße von Hormus nicht ins offene Meer gelangen können.
Die „Mein Schiff 4“ liegt seit dem 28. Februar in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate), während die „Mein Schiff 5“ im Hafen von Doha (Katar) festsitzt. Die Straße von Hormus, der einzige direkte Seeweg aus dem Persischen Golf ins offene Meer, bleibt aufgrund der angespannten Sicherheitslage weiterhin für Kreuzfahrtschiffe gesperrt. TUI Cruises beschreibt die Situation als „äußerst dynamisch und ungewiss“.
Ratlosigkeit bei TUI Cruises
Auf Anfrage unserer Redaktion sagte Johanna Sophie Humbert von TUI Cruises: „Wir verfolgen die aktuellen Entwicklungen sehr aufmerksam und bewerten die Lage gemeinsam mit Behörden, Sicherheitsexperten und unseren Partnern. Gleichzeitig prüfen wir derzeit mögliche Optionen, um unsere Schiffe aus der Region herauszuführen. Sobald sich konkrete Möglichkeiten ergeben, informieren wir umgehend.“
Mallorca- und Kreta-Absagen für „Mein Schiff“ 4 und 5
Geplante Routen, die unter anderem Ziele wie Mallorca, Sardinien, Malta und Griechenland umfassten sowie Kreuzfahrten ab Heraklion auf Kreta, wurden ersatzlos gestrichen. Die nächsten geplanten Abfahrten sind für „Mein Schiff 4“ ab 10. Mai und für „Mein Schiff 5“ frühestens ab 1. Mai 2026 vorgesehen - sofern die Schiffe bis dahin die Krisenregion durch die Straße von Hormus und den Suez-Kanal verlassen können.
Betroffene Kreuzfahrt-Anbieter im „Hot Layup“
TUI Cruises ist nicht der einzige betroffene Anbieter Insgesamt befinden sich sechs Kreuzfahrtschiffe verschiedener Reedereien im sogenannten „Hot Layup“-Status mit nur minimaler Besatzung an Bord:
Während große Reedereien wie TUI Cruises und MSC finanzielle Reserven haben, um solche Krisen zu überbrücken, sieht die Lage bei kleineren Anbietern wie Celestyal Cruises möglicherweise kritischer aus.
Umbuchung oder Entschädigung bei TUI Cruises
Für die betroffenen Urlauber hat TUI Cruises bereits Entschädigungsmaßnahmen eingeleitet. Der Reisepreis wird den Passagieren auf ihren Kundenkonten gutgeschrieben. Wer eine neue Kreuzfahrt bucht, erhält 10 Prozent Rabatt.
Eine direkte Auszahlung ist möglich, wenn keine neue Reise gebucht wird. Experten raten Betroffenen, sich nicht auf automatische Erstattungen zu verlassen, sondern aktiv beim Kundenservice nachzufragen - besonders wenn die Fahrt über ein Reisebüro gebucht wurde.
„Mein Schiff Flow“ soll 2026/27 den Orient ansteuern
Trotz der aktuellen Probleme hält TUI Cruises bislang an der Orient-Saison 2026/2027 fest - mit der „Mein Schiff Flow“, die ab 14. Juni ab Triest zu ihrer Jungfernfahrt aufbrechen soll. Für die „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ bleibt die Planung dagegen abhängig von der weiteren Entwicklung im Nahen Osten.