Es ist ein Hochgenuss, auch jetzt im Spätwinter draußen zu sein, wenn man sich danach im warmen Wasserbecken entspannen kann. Hier sind fünf Wandertipps mit Thermen- und Saunaanschluss.
Bei der Tour „Hochgelegen“ hat man vom Brucker Fels auch eine schöne Aussicht auf die Burg Teck und das Städtchen Owen.
Von Thomas Faltin
Wenn es draußen kalt und trüb ist, kuscheln sich viele lieber in eine Decke und lesen ein gutes Buch. Auch gut. Aber wie wäre es mit Wandern und Thermenbesuch? Dann ist man an der frischen Luft und bewegt sich und belohnt sich am Ende zusätzlich mit einem Wellnessnachmittag. Bei den folgenden fünf Wanderungen auf der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald ist jedenfalls ein Thermalbad immer ganz nah.
Bei jedem Tipp finden Sie einen Internetlink zum Wanderportal Outdooractive – dort sind alle Details nachlesbar, und Sie können vor Ort auf der Karte stets prüfen, ob Sie auf der richtigen Route sind. Alle Wanderungen außer der Tour durch die Monbachschlucht sind Premium- oder Qualitätswege. Für die Thermen ist immer der Eintrittspreis für einen Erwachsenen an Werktagen angegeben.
Bitte seien Sie aber in dieser Jahreszeit immer vorsichtig beim Wandern. Nach Regen können Abstiege schnell rutschig werden. Gute Schuhe sind deshalb Pflicht, Stöcke helfen, einen sicheren Stand zu bewahren. Bei Schnee könnten Sie besser auf diese Winterwanderungen zurückgreifen, bei denen die Wege gespurt werden.
Orchideenpfad im Filstal
Küchenschellen, diese wunderschönen violetten Blumen, sind die ersten Vorboten des Frühjahrs – an sehr sonnigen Standorten können sie schon Ende Februar ihre Köpfchen herausstrecken, meist blühen sie aber erst im März. Bei dieser Wanderung im Oberen Filstal mit knapp zehn Kilometern könnte man den Küchenschellen gleich zu Beginn begegnen, wenn man vom Parkplatz am Hexensattel bei Reichenbach im Täle den Aufstieg zum Haarberg unternimmt. Auf der dortigen Wacholderheide wächst die Pulsatilla, so ihr lateinischer Name, in guten Jahren in großer Zahl.
Vom Haarberg aus mit seinem Gipfelkreuz hat man einen herrlichen Ausblick auf das Goisatäle, wie die Einwohner das Obere Filstal liebevoll nennen. Gemütlich und ohne große Höhenunterschiede geht es hinüber zum Wasserberghaus, das auf der Nordseite des Wasserbergs direkt am Abbruch liegt und deshalb eine ganz andere Aussicht bietet. Guten Aussichten bietet auch die Speisekarte dieser Hütte des Schwäbischen Albvereins.
Am Fuß des Wasser- und Haarbergs geht es zuletzt zurück zum Ausgangspunkt. Im Frühsommer kann man dort am Waldrand übrigens Orchideen entdecken, wie das Helmknabenkraut oder den Hundswurz – davon hat der Wanderweg auch seinen Namen.
Ganz in der Nähe liegen im Oberen Filstal die Thermen in Bad Überkingen oder Bad Ditzenbach. Wer etwas mehr Auswahl bei Becken und Saunen möchte, fährt 20 Minuten bis nach Göppingen in die Barbarossathermen.
Länge: 9,3 Kilometer; Höhenmeter: 168; Start: Wanderparkplatz Hexensattel bei Reichenbach im TäleWanderung: Für Wanderdetails bitte klicken Einkehr: Wasserberghaus (Albvereinshütte)Therme: Barbarossathermen in Göppingen, Vier-Stunden-Ticket inkl. Sauna 20 Euro; ganz in der Nähe der Wanderung liegen auch die zwei kleinen Thermen in Bad Überkingen und Bad Ditzenbach.
Tour „Hochgelegen“ bei Erkenbrechtsweiler
Diese Wanderung mit knapp acht Kilometern führt einmal rund um die sogenannte Baßgeige bei Erkenbrechtsweiler – tatsächlich erinnert die geschwungene Form dieser Albtrauf-Ausbuchtung an die Linien eines Kontrabasses. An den zwei Enden dieser gedachten Linien liegen auch die Höhepunkte der Tour: der Beurener Fels, von dem aus sich eine staunenswerte Aussicht nach Westen inklusive Burg Hohenneuffen bietet, sowie der Brucker Fels, von dem aus das Teckmassiv im Osten mit Burg und Gelbem Felsen zum Greifen nahe wirkt.
Daneben stößt der Wanderer immer wieder auf die Überreste des Heidengrabens – das sind Befestigungen einer mehr als 2000 Jahre alten keltischen Siedlung. Ganz am Ende der Tour lässt sich ein rekonstruiertes Zangentor aus jener Zeit besichtigen. Wer an den Kelten interessiert ist, dem sei wärmstens ein Besuch des ganz nahen und ganz neuen Heidengrabenzentrums, eines interaktiven Museums, empfohlen.
Wer übrigens etwas faul ist, kann sich den Abstieg vom Beurener Fels und den Wiederaufstieg zum Brucker Fels sparen – ein direkter Weg entlang des Albtraufs verbindet beide Punkte auch ohne große Höhenunterschiede.
Über die Panoramatherme in Beuren mit ihren großen Becken, einem Wärmestollen und einer Nebelhöhle muss man nicht viel sagen – sie ist in der Region Stuttgart schon lange ein großer Anziehungspunkt. Zu beachten ist, dass Kinder unter sechs Jahren keinen Eintritt erhalten.
Länge: 7,7 Kilometer Höhenmeter: 280Start: Wanderparkplatz Baßgeige bei ErkenbrechtsweilerWanderung: Für Wanderdetails bitte klicken Einkehr: Restaurant Friedrichs direkt an der Beurener ThermeTherme: Panoramatherme Beuren, Drei-Stunden-Karte inkl. Sauna 25,50 Euro, kein Eintritt für Kinder unter sechs Jahren.
Monbachschlucht bei Bad Liebenzell
Das Monbachtal ist ein absolutes Highlight im nördlichen Schwarzwald, und wer noch nie dort war, sollte diese gut zehn Kilometer lange Tour unbedingt auf seine Liste nehmen. Der Monbach hat sich dort, umgeben von dichten Wäldern, in eine kleine Schlucht eingegraben und dabei pittoreske Felsen herausmodelliert und kleine Wasserfälle geschaffen. Der schönste Abschnitt der Tour durch die Schlucht ist ungefähr drei Kilometer lang.
Im Sommer ist das mit Kindern eine wahre Freude, weil sie dort schön plantschen können. Jetzt im Winter kann der Bach aber auch viel Wasser führen, so dass der Weg womöglich gar überspült ist – seien Sie also bereit, in einem solchen Fall auch umzukehren. Wer es kürzer mag und nicht in Bad Liebenzell loswandern will, kann auch direkt am Eingang der Monbachschlucht starten – dann ist die Wanderung nur gut sechs Kilometer lang.
Die Paracelsus-Therme wartet mit zwei Innen- und einem Außenbecken auf sowie mit fünf Saunen und einem Dampfbad.
Länge: 10,5 KilometerHöhenmeter: 237Start: Bahnhof Bad LiebenzellWanderung: Für Wanderdetails bitte klicken Einkehr: Café Monbachtal, Im Monbachtal 2Therme: Paracelsus-Therme in Bad Liebenzell, Drei Stunden-Ticket 16 Euro.
Seeburgsteig bei Bad Urach
Der Höhepunkt dieser Wanderung ist der Spaziergang durch die Trailfinger Schlucht – es führt ein bequemer Forstweg hindurch, dennoch steigen die Flanken zu beiden Seiten stark an, so dass man beinahe alpine Gefühle entwickelt. Der kurze, aber steile Aufstieg vom Talgrund hinauf zum Littstein unterstreicht dieses Gefühl noch.
Ansonsten ist der acht Kilometer lang Seeburgsteig eine eher stille Tour, die durch dichte Wälder und über offene Wacholderheiden führt und einem den einzigartigen Charakter der Schwäbischen Alb eindringlich vor Augen führt. Am Eingang der Trailfinger Schlucht kommt man noch an der Ermsquelle vorbei, die aber leider eingezäunt ist. Die drei Kilometer lange Schleife im Norden von Seeburg zu Beginn der Wanderung könnte man bei Bedarf weglassen.
Bad Urach besitzt, wie der Name sagt, noch einen sprudelnden Kurbetrieb. In den Albthermen wird das Thermalwasser aus 770 Metern Tiefe gefördert; es ist 32 bis 38 Grad warm. Im Saunabereich stehen dem Besucher zehn Heißluftbäder zur Verfügung, von der klassischen finnischen Sauna bis zum Dampfbad. Kinder unter acht Jahren dürfen leider weder ins Bad noch in die Saunen.
Länge: 8,2 KilometerHöhenmeter: 351Start: Parkplatz in Gruoner Straße in SeeburgWanderung: Für Wanderdetails bitte klicken Einkehr: Karls Esszimmer, Stuttgarter Straße 5, Bad UrachTherme: Alb-Thermen Bad Urach, Fünf-Stunden-Tarif 20,90, Aufschlag für Sauna 9,90 Euro; Familientarif vorhanden; kein Eintritt für Kinder unter acht Jahren.
Ochsenbergtour in Albstadt
Die zehn Kilometer lange Ochsenbergtour führt über die Höhen bei Albstadt-Ebingen – es geht durch Wälder und über Wacholderheiden, sehr oft am Albtrauf entlang. Gleich zu Beginn reihen sich die Aussichtspunkte wie eine Perlenkette hintereinander: Klara-, Schneckles- und Martinsfels folgen in dichter Reihenfolge, auch wenn dort der Blick teils über bebautes Gebiet geht. Der schönste Aussichtspunkt ist der Kreuzbühl: Von der Anhöhe kann man an klaren Tagen bis zu den Alpen sehen. Eiger, Säntis und Zugspitze grüßen herüber.
Unterwegs kommt man an der 40 Meter langen Heidensteinhöhle vorbei; sie ist allerdings bis Ende März noch wegen des Fledermausschutzes gesperrt. Diese kleine Höhle ist unter Experten ziemlich bekannt, denn es handelt sich um einen von deutschlandweit nur fünf Fundorten, an denen vorgeschichtliche Überreste von Menschenaffen entdeckt worden sind.
Zur Einkehr während der Wanderung bietet sich das Ochsenhaus an, ein schön allein liegender Gasthof. Zur Stärkung vor oder nach dem Badkap kann die frisch renovierte denkmalgeschützte Krone in Lautlingen empfohlen werden.
Das Badkap ist auch auf kleinere Kinder eingestellt und bietet unter anderem ein Wellenbad; die drei Rutschen haben aus Sicherheitsgründen eine Altersbeschränkung von sechs beziehungsweise zwölf Jahren.
Länge: 9,9 KilometerHöhenmeter: 246Start: Parkplatz Kälberwiese in der Verlängerung der Kreuzbühlstraße in Albstadt-EbingenWanderung: Für Wanderdetails bitte klicken Einkehr: Krone in Albstadt-LautlingenTherme: Badkap in Albstadt-Ebingen, Vier-Stunden-Ticket inkl. Sauna 29 Euro, Familienticket nur direkt an der Kasse.