Die Menschenrechtsorganisation Hawar.help macht in einem offenen Brief auf die Eskalation in Syrien aufmerksam. Viele Prominente unterschreiben. Was gefordert wird.
Von links: VfB-Profi Deniz Undav, die Stuttgarter Schauspielerin Natalia Wörner und der Rapper Haftbefehl haben auch den offenen Brief unterschrieben.
Von Matthias Kapaun
Die Menschenrechtsorganisation HAWAR.help hat einen offenen Brief an deutsche und europäische Entscheidungsträger aus der Politik sowie an die deutsche Zivilgesellschaft veröffentlicht. In dem Brief macht die Organisation auf die derzeitige Eskalation in der Region Rojava in Nord- und Ostsyrien und die damit verbundene Gefahr für Kurdinnen und Kurden aufmerksam. Der Brief wurde von vielen Prominenten unterschrieben – unter anderem von VfB-Profi Deniz Undav und dem Rapper Aykut Anhan alias Haftbefehl, die beide kurdische Wurzeln haben, sowie von der Stuttgarter Schauspielerin Natalia Wörner.
In Nord- und Ostsyrien liefern sich zurzeit syrische Regierungstruppen und die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), die von Kurden geführt werden, schwere Kämpfe. So forderte beispielsweise der deutsche Vertreter der Demokratischen Selbstverwaltung der Kurden in Nord- und Ostsyrien, Khaled Davrisch, im Deutschlandfunk ein Ende der Gewalt. In der von Regierungstruppen belagerten Stadt Kobane drohe laut Davrisch eine humanitäre Katastrophe.
Organisation nimmt Politik in Deutschland und der EU in die Pflicht
Um dieser humanitären Katastrophe entgegenzutreten, fordert die Menschenrechtsorganisation Hawar.help in dem Brief ein sofortiges Eingreifen der Internationalen Gemeinschaft. Dabei nimmt die Organisation vor allem Deutschland und die Europäische Union in die Pflicht. Die Politik solle unter anderem Druck auf Damaskus und Ankara ausüben, um einen Waffenstillstand zu erreichen.
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Wer ebenfalls seine Unterschrift unter den Brief setzen möchte, kann dies per E-Mail an info@hawar.help tun.
Die Eskalation in Syrien treibt auch in Stuttgart Menschen auf die Straßen. So fanden sich am Dienstagabend Tausende Menschen in der Stuttgarter City ein, um unter dem Motto „Solidarität mit Rojava“ für ein Ende der Gewalt in Syrien zu demonstrieren.