Schnellboot der Guardia Civil (Archiv/Symbolbild).
Von Michael Maier
James-Bond-Szenen vor der Küste Mallorcas und Ibizas: Im Mittelpunkt des Geschehens stand eine gestohlene Luxus-Yacht, gefolgt von einer Flucht über das offene Meer und einem Großeinsatz der spanischen Behörden. Die Ereignisse nahmen am Sonntagmorgen, dem 23. August 2026, im Hafen von Port de Sóller im Westen Mallorcas ihren Anfang. Ein 52-jähriger Mann entwendete dort eine luxuriöse Motoryacht eines lokalen Charterunternehmens, deren Wert auf weit über eine Million Euro beziffert wird.
Der Diebstahl blieb jedoch nicht lange unbemerkt. Der Eigentümer des Charterunternehmens alarmierte den Notruf. Da die Yacht mit moderner GPS-Technik ausgestattet war, gelang es der Firma in enger Zusammenarbeit mit den Behörden, das Schiff schnell zu orten. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Dieb bereits weit von Mallorca entfernt und hielt direkten Kurs auf die Nachbarinsel Ibiza.
Hubschrauber und Schnellboote vor Mallorca
Um die flüchtende Yacht abzufangen, mobilisierte die spanische Guardia Civil umgehend erhebliche Einsatzkräfte. Koordiniert aus der Luft und zu Wasser nahmen ein Hubschrauber des Luftdiensts sowie zwei Patrouillenboote die Verfolgung auf. Die Einsatzkräfte entdeckten das gestohlene Schiff schließlich nahe der kleinen, unbewohnten Insel Tagomago, die direkt vor der Ostküste Ibizas liegt. Der mutmaßliche Dieb hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine Strecke von über 100 Kilometern auf offenem Meer zurückgelegt. An Bord befanden sich der 52-jährige Mann aus Rumänien sowie eine Begleiterin.
Polizei entert gestohlene Yacht vor Tagomago
Als die Boote der Guardia Civil die Yacht erreichten, forderten die Beamten den Skipper wiederholt auf, die Motoren abzustellen. Doch der Mann dachte nicht an Aufgeben. Er ignorierte sämtliche Anweisungen, beschleunigte weiter und versuchte laut offiziellen Angaben der Guardia Civil sogar mehrfach, die Polizeiboote aktiv zu rammen.
Es folgte eine hochriskante Verfolgungsjagd, die rund 30 Minuten andauerte. Erst durch das koordinierte Vorgehen der Besatzungen zu Wasser und der Beobachtung aus der Luft verließ den Mann schließlich der Mut. Er stellte die Motoren ab, woraufhin die Beamten das Schiff entern und den 52-Jährigen festnehmen konnten. Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen der Tat und der Rolle der an Bord befindlichen Frau dauern derzeit noch an. Mallorca und die Nachbarinseln befinden sich bereits seit einigen Jahren im Visier von internationalen Diebes- und Einbrecherbanden, die es speziell auf Luxus abgesehen haben. Aber auch Gelegenheitstäter sind unterwegs.
Der Zwischenfall ereignete sich in Port de Sóller an der Westküste Mallorcas (Archiv).